yourinnerrising.com https://www.yourinnerrising.com/blog/ Wed, 13 May 2026 07:11:32 +0000 de-DE hourly 1 So stillst du deine Bedürfnisse, ohne egoistisch zu sein https://www.yourinnerrising.com/blog/so-stillst-du-deine-beduerfnisse-ohne-egoistisch-zu-sein/ https://www.yourinnerrising.com/blog/so-stillst-du-deine-beduerfnisse-ohne-egoistisch-zu-sein/#comments Sat, 12 Feb 2022 20:00:00 +0000 Bedürfnisse Weiterentwicklung Persönlichkeitsentwicklung Psychologie Wachstum Erfolg Bedürfnispyramide Burn-out Depression https://www.yourinnerrising.com/blog/so-stillst-du-deine-beduerfnisse-ohne-egoistisch-zu-sein/ Weiterlesen

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Die eigenen Bedürfnisse zu stillen ist doch egoistisch. Mit dieser Grundeinstellung bin ich aufgewachsen. Sich um sich selbst kümmern war nicht gefragt, es war egoistisch und nicht "selbstlos". Das habe ich als Kind als "das darf man nicht machen" ganz unbewusst beigebracht bekommen. Denn als Kinder lernen wir bis zu einem Alter von ca. 7 Jahren alles in unserer Umgebung wie ein Schwamm aufzusaugen, wir lernen unsere Umwelt auf diese Weise einzuschätzen und in gut und schlecht zu unterscheiden. Jede Erfahrung wird ungefiltert abgespeichtert und hilt fortan als Orientierungshilfe für das kleine neue Lebewesen auf diesem Planeten. Es ist unsere Überlebens-Programmierung. Wenn also die Menschen in deinem prägenden Umfeld ihre eigenen Bedürfnisse vernachässigen und sich mehr um andere kümmern und sorgen als um sich selbst, nimmst du das automatisch als "So macht man das eben" auf. Dieses Verhalten wird für dich zum Normalzustand. Und alles, was davon abweicht, ist falsch oder eben in diesem Fall: egoistisch.

Ich war umgeben von Menschen, die sich tagtäglich aufopferten und für andere einsetzten. In den wenigsten Fällen gab es eine Balance, die auch das eigene Wohl ganz bewusst mit einbezogen hat.

Meine Mutter arbeitete als Alleinerziehende in meiner Wahrnehmung rund um die Uhr. Aufgewachsen bin ich in großen Teilen in unterschiedlichen anderen Familiengefügen. Sie gönnte sich selbst quasi nichts. Wir fuhren zumeist in den Harz in den Urlaub und besonders als neugieriger Teenager war das ständige Wandern für mich damals eher eine Qual als die Freude, wie ich sie heute empfinden kann. Von ihr lernte ich darüber sparsam und minimalistisch zu sein. Ganz ungewollt übernahm ich das in mein Lebenskonstrukt.

Die Frau, die ich später als meine Oma bezeichnete, war das Bindeglied der Familie. Sie kümmerte sich um alles, umsorgte alle und brachte uns in großer Runde am üppig gefüllten Tischen zusammen. Ein Ausflug an ein Ziel ihrer Wahl? Das gab es nicht. Fragte man sie, was sie sich wünschte, winkte sie oft ab.

Die Männer, mit denen ich groß geworden sind, waren meist in der Feuerwehr tätig. Freiwillig neben dem Beruf oder hauptberuflich. Sie standen nachts auf, wenn der Pieper sie weckte, sprangen in ihre Klamotten und retteten Menschen aus Gefahrenlagen. Einfach mal zurücklehnen und etwas nur für sich tun? Das gab es nicht.

Unser Umfeld prägt uns, ob wir das wollen oder nicht. Besonders als Kinder nehmen wir ungefiltert alles auf. Wir lernen auf diese Weise in der Welt zu überleben. Wir saugen alles in uns auf und speichern es unter "So macht man es." ab. Diese Muster sitzen tief und steuern uns bis ins hohe Alter, wenn wir sie nicht hinterfragen.

Doch bevor ich weiter in mein persönliches Erleben einsteige, möchte ich dir ein Modell aus der Psychologie an die Hand geben, das die unterschiedlichen Bedürfnisse, die wir haben, in Relation zueinander setzt und erklären kann, warum wir manchmal mit unseren Wünschen nach Veränderung und Wachstum gar nicht so recht vorankommen. Hier fehlt uns oft ganz unbemerkt die Basis, das Fundament, von dem aus wir weitergehen können.

Bedürfnisse im Sinne der Psychologie

Der US-amerikanische Psychologe Abraham Maslow hat ein Modell aufgestellt, in dem er Bedürfnisse aufeinander aufbauen in einer Pyramide darstellte. Dieses Modell ist daher auch als Bedürfnispyramide bekannt. Von unten nach oben aufgelistet:

  1. Grundbedürfnisse (Schlaf, Essen, Sex,..)
  2. Sicherheitsbedürfnisse (Wohnung, Geld, Gesundheit...)
  3. Soziale Bedürfnisse (Zugehörigkeit, Freunde, Partnerschaft,...)
  4. Indiviualbedürfnisse (Unabhängigkeit, Anerkennung, Wertschätzung,...)
  5. Selbstverwirklichung (Wunsch das eigene Potential auszuschöpfen)

Die unten liegenden Bedürfnisse sind die Basis von allen weiteren. Je nach Auslegung gehörigen die ersten 3-4 Kategorien zu den so genannten Defizitbedürfnissen (oder auch Mangel-Bedürfnisse). Diese Bedürfnisse sollten wir ganz bewusst stillen, sie bilden die Basis für eine hohe Lebensqualität.

Die letzten 1-2 Bedürfnis-Kategorien werden auch Wachstumsbedürfnisse genannt. Sie können im Grunde nicht gestillt werden, sondern streben nach mehr. Ganz im positiven Sinne der stetigen Weiterentwicklung und dem lebenslangen Lernen.

Beduerfnispyramide nach Maslow (Bedürfnisse)

Was passiert, wenn wir unsere Bedürfnisse ignorieren?

Wenn wir uns um diese Bedürfnisse auf Dauer nicht kümmern, können sie zu kleinen oder größeren Störungen führen. Leben wir beispielweise über längere Zeit in einer unsicheren Situation, entwickeln wir Angst. Diese Angst kann sich immer weiter aufstauen, bis wir in einer Form von Angststörung gelangen, in der wir uns ständig von drohenden Gefahren umgeben sehen. In der heutigen Zeit, in der uns ein kleiner Virus ständig auf Trapp hält, die Medien Angst schüren und wir uns teilweise kaum sicher aus dem Haus trauen, möchte ich dieses Thema nicht noch weiter strapazieren. Ich habe dir ein Beispiel aus meinen letzten Jahren mitgebracht, das das Nicht-Beachten von Bedürfnissen ebenso gut veranschaulicht.

Wenn wir uns in ständiger Unsicherheit fühlen

Ich habe über viel zu lange Zeit meine eigenen Bedürfnisse nicht geachtet. Sicherheit hatte ich zwar von Außen betrachtet, doch eher auf einer sachlichen Ebene. Ich hatte einen gut bezahlten Job, eine warme Wohnung, eine sichere Umgebung in der Stadt, in der ich lebe. Bei mir tobte kein Krieg vor der Haustür, ich wurde nicht physisch angegriffen oder von Gewalt heimgesucht. Mein Kampf fand im Stillen stand, dort wo nur ich ihn erleben konnte und in aller Intensität fühlte. Mein Kampf spielte sich in mir ab.

Im Inneren fühlte ich mich nicht sicher. Ich hatte Angst. Ich hatte Angst den steigenden Anforderungen in meinem Job nicht zu genügen und den an mich selbst gerichteten Anspruch nicht mehr halten zu können. So wurde mein Arbeitsplatz irgendwann zu einer gefühlten Gefahrenzone. Minütliche Einschläge von E-Mails im Posteingang, Vibrationen von Anrufen auf meinem Handy, die mich erschütterten, und Kollegen, die aufdringlich neben meinem Tisch standen, um mir (vermeintlich) die nächste Aufgabe auf den Tisch zu knallen. Plötzlich war mein Büroalltag zur gefühlten Gefahr geworden. Die Angst wollte ich nicht wahrhaben, drängte sie beiseite, um sich nicht mehr fühlen zu müssen und mir selbst zu beweisen "Ich bin stark, ich kann das". Ich wollte entsprechen und "meinen Mann stehen". Ich wollte dazugehören, mich beweisen und Anerkennung für meine Leistung. Das lief eine ganze Weile nach Außen hin auch sehr gut. Doch irgendwann hatte ich meine Gefühle soweit beiseite gedrängt, dass ich gar nichts mehr fühlen konnte. Ich steckte mitten in einer Depression. Mein innerer "Wunsch" nichts mehr zu fühlen, um besser zu funktionieren, hatte sich manifestiert. Ich fühlte gar nichts mehr, nur Leere. Kein Antrieb, nur Existieren.

Bedürfnisse und Gefühle sind wie Wasserbälle

Es begann eine sehr dunkle Zeit. Eine Zeit, in der kaum etwas zu mir durchdringen konnte. Nicht mal ich selbst. Ich hatte mich abgekapselt von allem und durfte erst wieder lernen einen Zugang zu mir zu bekommen. Doch diesmal versprach ich es mir es richtig zu machen. Ich wollte tief eintauchen in mich.

Die meisten Dinge, die in uns im Verborgenen liegen, liegen dort, weil wir sie nicht sehen wollen. Erst recht wollen wir sie nicht fühlen. Wir tun also nahezu alles, um diese Gefühle wegzusperren und sie zu verbannen. Vor anderen und vor uns selbst. Es kostet unglaublich viel Energie diese gut zu verstauen. Im Grund sind die eingelagerten Gefühle und alten Situationen wie Wasserbälle, die wir ständig versuchen unter die Wasseroberfläche zu drücken, damit sie bloß kein anderer sieht. Doch die anderen sehen und spüren, dass wir angespannt sind. Sie spüren, dass wir nicht gelassen, sondern angestrengt sind. Menschen sind sensibler als wir denken. Doch in den meisten Fällen ziehen die anderen dann falsche Schlüsse, weil sie von ihrem eigenen Verhalten und ihren Erfahrungen ausgehen und die wahrgenommene Anspannung und das Verhalten des Gegenübers in ihre Erfahrungen einordnen. Erst wenn wir darüber sprechen, wie es uns selbst geht, können wir gemeinsam mehr über die unterschiedlichen Herangehensweisen lernen.

Wenn wir unsere Wasserbälle an die Oberfläche holen, unsere Anspannung ganz langsam loslassen und uns ansehen, was da ist, können wir bewusst entscheiden, was wir davon noch brauchen und was wir loslassen.

Mehr zum Thema Bedürfnisse erfährst du in meinem Interview in der Folge 10 im Podcast "Einfach mal machen".

Bedürfnisse erfüllen bedeutet Erfolg

So bin ich Stück für Stück aus meiner Depression herausgekommen. Ich habe mir viele der großen Wasserbälle bewusst angeschaut. Angefangen mit der Ohnmacht und Trauer, die mich diese Krankheit fühlen ließ. Sie war der Auslöser mich mit mir und meinen Bedürfnissen intensiv auseinanderzusetzen. Sie hat mir geholfen, mich von vielen Wasserbällen, die ich unter der Wasseroberfläche in Anspannung über Jahre gehalten hatte, zu befreien.

Dieser Prozess ist eine Lebensaufgabe, die wir alle nicht lösen werden. Es gibt kein Ende, kein "Jetzt bin ich fertig". Es geht lediglich tiefer. Mit jeder durchtauchten Schicht zu uns wird es leichter. Wir kommen uns selbst immer näher und dieses Gefühl ist das Gefühl anzukommen, wonach so viele im Außen suchen. Je mehr wir uns im Außen etwas wünschen, desto eher können wir es uns im Innen erfüllen. Es braucht die Schritte raus aus der eigenen Komfortzone, um sich letztlich selbst näher zu kommen.

Mein Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit hatte ich mich durch meinen Bulli Fred erfüllt. Doch als dieser mich aufgrund seines Motorschadens verlassen hatte, brachte auch erstmal das Gefühl weg frei und unabhängig zu sein. Ich hatte mich im Grund abhängig gemacht. Doch dieser Verlust hat mir wieder eine weitere, tiefere Schicht zu mir selbst ermöglicht. Die Angst von etwas (oder jemandem) verlassen zu werden, der mir so viel Freiheit und Unabhängigkeit ermöglicht. Ich konnte erst durch diesen Verlust weiteres in mir selbst loslassen.

Schritt für Schritt können uns unsere Bedürfnisse also aufzeigen, wo wir stehen und wo wir hinwollen. Je mehr wir uns auf das, was gerade ist, einlassen, desto lebendiger fühlt sich das Leben an. Ein harter Plan, ein starres "So bin ich" oder "So ist das", hält uns unnötig gefangen. Es geht auch nicht immer nur rauf auf die Bedürfnispyramide. Es springt immer mal hin und her. Das Leben ist nicht gradlinig, es ist lebendig.

Persönlicher Erfolg beudetet für mich ein Leben zu leben, das zu mir und meinen Bedürfnissen passt. Das wünsche ich auch dir. Lass dich auf deine Bedürfnisse ein. Lass dich auf dich selbst ein. Erst mit dem Blick nach Innen wirst du deinen Wünschen wirklich näher kommen. Deine Bedürfnisse zu kennen, dich um dich zu kümmern, führt dich am Ende zu mehr Energie, die du dann mit anderen Teilen kannst. Nachhaltige Veränderung braucht alle Ebenen.

Denken. Fühlen. Machen.

Reflektieren. Annehmen. Neu ausrichten.

Schreib mir, wenn du dein Leben nachhaltig verbessern willst:

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Abenteuer-Sparring: 001 - im Ring mit Aiyana Katharina https://www.yourinnerrising.com/blog/abenteuer-sparring-001-aiyana-katharina/ https://www.yourinnerrising.com/blog/abenteuer-sparring-001-aiyana-katharina/#comments Mon, 24 Jan 2022 14:44:00 +0000 Sparring Freiheit Abenteuer Spielen Interview Persönlichkeitsentwicklung https://www.yourinnerrising.com/blog/abenteuer-sparring-001-aiyana-katharina/ Weiterlesen

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Einer meiner Werte neben Leichtigkeit und Spaß ist Abenteuer. Am liebsten habe ich mir meine Abenteuerlust auf Reisen ins Leben geholt. Neue, unbekannte Orte erkundet, mit der Kamera mal eben um die eine Ecke im Hafen gehuscht, um ein Foto bei Nacht mit den sich im Wasser spiegelnden Lichtern zu machen. Doch jetzt bin ich schon eine ganze Weile nicht mehr gereist. Mir fehlt das Abenteuer, das Neue auszuprobieren, diese Aufregung. Wie kann ich mir das also wieder in Leben holen? Ich habe ein neues Format für mich gefunden, in dem ich das leben möchte: das Abenteuer Sparring.


Abenteuer Sparring

Das Abenteuer-Sparring. 5 Runden. 5 Fragen. 5 Antworten.

Ich mit einem Gast im Austausch. Wir beide stellen uns abwechselnd gegenseitig Fragen, die wir im Vorfeld nicht kennen. Die Antworten geben wir innerhalb von 1-2 Minuten. Ich weiß nicht, wie es laufen wird, ich weiß nicht, welche Fragen ich gestellt bekomme. Was ich weiß: Ich bin aufgeregt. Und das war mein Ziel. Wieder mehr positive Spannung in mein Leben holen. Es bleibt spannend, wie dir dieses Format gefallen wird.


Folge "Abenteuer Sparring" - No. 1


Abenteuer Sparring No001


001: Im Ring mit Aiyana Katharina

Name: Dr. Katharina Albrecht

Specialtechnik: Vielseitigkeit, Einfach-mal-machen

Mehr zu Katharina und ihrer Arbeit hier:

Instagram
Webseite

Und hier unser Abenteuer-Sparring:


Weitere Folgen und mehr zum Abenteuer-Sparring findest du hier.

Schreib gern in die Kommentare, wie dir dieses Format gefällt, was dir dabei durch den Kopf gegangen ist und/oder was du davon für dich mitnimmst.

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Einer meiner Werte neben Leichtigkeit und Spaß ist Abenteuer. Am liebsten habe ich mir meine Abenteuerlust auf Reisen ins Leben geholt. Neue, unbekannte Orte erkundet, mit der Kamera mal eben um die eine Ecke im Hafen gehuscht, um ein Foto bei Nacht mit den sich im Wasser spiegelnden Lichtern zu machen. Doch jetzt bin ich schon eine ganze Weile nicht mehr gereist. Mir fehlt das Abenteuer, das Neue auszuprobieren, diese Aufregung. Wie kann ich mir das also wieder in Leben holen? Ich habe ein neues Format für mich gefunden, in dem ich das leben möchte: das Abenteuer Sparring.


Abenteuer Sparring

Das Abenteuer-Sparring. 5 Runden. 5 Fragen. 5 Antworten.

Ich mit einem Gast im Austausch. Wir beide stellen uns abwechselnd gegenseitig Fragen, die wir im Vorfeld nicht kennen. Die Antworten geben wir innerhalb von 1-2 Minuten. Ich weiß nicht, wie es laufen wird, ich weiß nicht, welche Fragen ich gestellt bekomme. Was ich weiß: Ich bin aufgeregt. Und das war mein Ziel. Wieder mehr Spannung in mein Leben holen. Es bleibt spannend, wie dir dieses Format gefallen wird.

Meine Sparringspartner:innen gehen mit mir in den virtuellen Ring. Zu jeder Folge erhältst du einen Überblick über sie. Es gibt ein Kurzprofil mit Name und Specialtechniken sowie weitereführende Informationen auf den Unterseiten zu den einzelnen Folgen.

So sieht das Kurzprofil beispielhaft aus:

Name: Marina Würger

Specialtechnik: Abenteuerlust, Humor

Ich freue mich auf die Menschen, die ihren Mut zusammennehmen und sich in meinem Ring sichtbar machen.

Für diejenigen unter euch, die sich für dich Technik interessieren.

Ich nutze dieses Mikrofon von Rode.


Die Folgen: Abenteuer-Sparring


No. 1: Im Ring mit Aiyana Katharina

Name: Dr. Katharina Albrecht

Specialtechnik: Vielseitigkeit, Einfach-mal-machen


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Dein Machtbereich: Du kannst viel mehr ändern als du denkst https://www.yourinnerrising.com/blog/kenne-deinen-machtbereich-du-kannst-viel-mehr-aendern-als-du-denkst/ https://www.yourinnerrising.com/blog/kenne-deinen-machtbereich-du-kannst-viel-mehr-aendern-als-du-denkst/#comments Sat, 27 Nov 2021 11:30:00 +0000 Persönlichkeitsentwicklung Machtbereich Selbstwirksamkeit Reflexion Durchhaltevermögen Ausdauer Erfahrungsbericht https://www.yourinnerrising.com/blog/kenne-deinen-machtbereich-du-kannst-viel-mehr-aendern-als-du-denkst/ Weiterlesen

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Möge die Macht mit dir sein!

Ich finde das ist ein guter Einstieg in diesen Artikel. 😉 Doch für die Bedeutung in der Persönlichkeitsentwicklung möchte ich dir zuerst einmal ein paar Synonyme für den Machtbereich geben: Einflussbereich, Wirkungsbereich, Kontrollbereich. Innerhalb dieses gedanklichen Rahmens bist du handlungsfähig, du kannst etwas ändern und/oder beeinflussen. Wenn du deinen eigenen Machtbereich erkennst, kannst du dich darüber selbst ermächtigen. Es gibt dir ein Gefühl davon, was du kontrollieren kannst und was du akzeptieren darfst. Wie ich das mit kostenlosen Zeitungen trainieren durfte und wie meine wochenlange Odyssee ausgegangen ist, erfährst du, indem du weiterliest.

Der Machtbereich und deine Moeglichkeiten

Was liegt innerhalb und außerhalb meines Machtbereichs?

Innerhalb des eigenen Mach(t)bereichs:

  • Meine Taten
  • Mein Umfeld
  • Wie ich andere behandle
  • Meine Entscheidungen
  • Meine Reaktionen
  • Wie ich mich selbst behandle
  • Meine Worte

Außerhalb meines Machtbereichs und damit außerhalb meiner Kontrolle:

  • Was andere Menschen denken
  • Was andere Menschen sagen
  • Was in der Vergangenheit passiert ist
  • Was andere Menschen tun
  • Wie sich andere Menschen fühlen

Beispiel aus meinem Alltag: Mein Kampf gegen kostenfreie Zeitungen

Ich nehme dich mit auf eine ganz alltägliche Erfahrung von mir. Ich bekomme etwas, das ich nicht haben will. Ich bekomme seit nun mehr 5 Wochen kostenfreie Zeitungen im wöchentlichen Rhythmus zugestellt, mit denen ich nichts anderes mache, als sie vom Briefkasten zur Papiertonne durch meinen Hausflur zu tragen. Anfangs habe ich es für ein Versehen gehalten. In den Wochen davor wurde mein Schild "Bitte keine Werbung einwerfen" ja auch beachtet, also vermutlich eine neue Person, die in meiner Nachbarschaft Zeitungen aufträgt. Eines Morgens erwischte ich eine Austrägerin. Sie bestätigte mir, dass in meiner Straße jemand neues für die Zustellung dieser Zeitung zuständig sei.

Ich kannte nun die Ursache für mein Problem. Der neue Zusteller ignoriert das Schild und wirft einfach die Zeitungen ein.

In den Wochen zuvor, in denen ich nichts unternommen hatte, hat sich bei mir Wut breitgemacht. Ich ärgerte mich riesig darüber, dass ich (in meinen Augen) mit Müll bombardiert werde. Wenn ich mich regional informieren möchte, tue ich das online, und die andere Hälfte der Zeitung, die aus Werbebeilagen besteht, will ich nicht haben. Deswegen auch das Schild "Bitte keine Werbung einwerfen". Doch hier wurde mein Bedürfnis wöchentlich übergangen. Meine gesetzte Grenze wurde nicht eingehalten und das machte mich zunehmend wütender.

Doch von meiner Wut hatte ich bis zu dem Zeitpunkt ganz alleine etwas. Ich ranzte rum, steigerte mich hinein und es wurde mit jeder Woche schlimmer. Du kennst das vielleicht selbst von dir oder von anderen, die in diesem Zustand innerer Unmut verharren, dich ihre eigenen Gefühle damit immer wieder bestätigen und sich auf ihre Position versteifen. Das praktizierte ich nun schon ein paar Wochen. Doch was hilft es mir? Nichts. Ich ließ alles beim Alten und "wunderte mich", dass sich nichts änderte. Eines Tages entschied ich meine Lage zu verbesser.

Jetzt ist Handeln angesagt!

Woche 1: Ich beginne mit meiner Zeitrechnung bei meiner ersten aktiven Handlung. Davor war ich mit Meckern, Jammern und wütendem Rumranzen beschäftigt. 😉 Ich rufe also eine Hotline an und melde mein Anliegen. Mein Problem wird erkannt, meine Daten aufgenommen und ein Hinweis geht laut Hotline-Mensch an die entsprechende Logistik-Abteilung.

Woche 2-3: Ich bin gefangen in meiner persönlichen Version von "Und täglich grüßt das Murmeltier". Bei mir ist es das wöchentliche Zeitungstier. 3 Wochen in Folge rufe ich bei der zentralen Hotline an. Mit immer selben Ausgang. In der nächsten Woche habe ich wieder "Müll" in meinem Briefkasten und ich rege mich im Folge dessen richtig darüber auf, wieso es denn da nicht läuft. Da greifen ja eindeutig Prozesse nichts. Woah!!!! Ich frage mich, ob das Leben mir Hinweise gibt. In meiner Coaching-Ausbildung lerne ich, dass ich Situationen anziehe, die ich noch nicht für mich gelöst habe oder von denen ich etwas lernen darf. Das trifft hier offenbar zu.

Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten (Albert Einstein).

Woche 4: Was mache ich also nach nunmehr 3 identischen Versuchen mit identischem Ausgang? Ich ändere, was ich ändern kann. Zu meinem Machtbereich gehört mein Briefkasten. Außerhalb meines Machtbereichs liegen die kostenfreien Zeitungen, deren Logistikinformationsstruktur, deren Zustellpersonen, etc. In meinem Machtbereich kann ich noch etwas ändern: Ein leuchtender Zettel hängt nun neben dem bisherigen: "Bitte keine kostenfreien Zeitungen". Meine Lösung ist also: Verantwortung für den Bereich übernehmen, den ich beeinflussen kann. Wenn ich etwas ändern kann, um die Situation positiv zu beeinflussen, sollte ich es tun. Wenn nicht, sollte ich es als außerhalb meines Machtbereichs liegend akzeptieren und einen anderen Umgang damit finden, der für mich positiv ist. Ich bin zu diesem Zeitpunkt sehr gespannt, wie das Ende dieser Geschichte aussieht. Ich weiß nun jedoch, dass ich in meinem Machtbereich etwas ändern kann.

Woche 5: Das erforderliche Schild ist in leuchtend-orange am Briefkasten. Dank den häufigen Anrufen bei der Hotline habe ich nun auch gelernt, dass dieses Zusatzschild erforderlich ist. "Kostenfreie Zeitungen sind aufgrund des redaktionellen Anteils keine Werbung und erfordern damit ein zusätzliches Schild". Das hat die anderen Zeitungen zwar bisher auch nicht interessiert, doch immerhin ist mein Briefkasten jetzt rechtssicher. =D Das hilft jedoch nichts, denn wöchentlich grüßt das Zeitungstier. Da ist sie wieder. Unverändert. Also nochmal anrufen.

Woche 6: Die Zeitung kehrt zurück. Diesmal ist sie ganz im Briefkasten verschwunden und schaut nicht mehr halb heraus. Der einzige erkennbare Unterschied zu den bisherigen Wochen. Ich melde mich erneut telefonisch und sage, dass das erforderliche Zusatzschild für die interne Logistik-Anweisung angebracht ist. Der Mensch an der anderen Seite wirkt sehr engagiert und will weitere Schritte neben den bisherigen einleiten. Ich könnte Erfolg haben. Das erste Mal hört jemand richtig zu und nimmt nicht nur ein Formular auf. Hier hat sich etwas verändert!

Woche 7: Und wöchentlich grüßt das Zeitungstier. Wieder da. Ich bleibe hartnäckig, hinterlasse meine Telefonnummer und will zurückgerufen werden. In der Woche kommt es jedoch zu keinem Rückruf. Mittlerweile bin ich nicht mehr so tief wütend wie in den ersten Wochen. Ich sehe es mittlerweile mehr als Spiel. Ich möchte einen Weg finden, der mich wieder in eine zeitungsfreie Zone bringt und mein "Müll-Problem" löst.

Woche 8: Da ist es wieder, das wöchentliche Zeitungstier. Es liegt tief in seiner neuen Höhle... Nunja.. Ich will es immer noch nicht, auch wenn es sich wohl eingelebt hat. Ich versuche es nochmal bei der Hotline. Und tatsächlich erhalte ich denselben jungen Mann erneut ans Telefon, der mir bereits vor 2 Wochen andere Schritte einzuleiten angeboten hat. Er erinnert sich an mich und er ist selbst mehr als überrascht und irritiert, dass es bisher nicht funktioniert hat. Er hat noch eine weitere Möglichkeit und schickt meinen Fall an zwei Stellen. Er versichert mir nochmal, dass er der bisherige Weg auch funktionieren sollte, doch er nutzt jetzt noch einen weiteren. Wir verabschieden uns freundlich und ich bin gespannt auf die nächste Woche. 😉

Woche 9: *Trommelwirbel* Tatatataaaaaaaa! Endlich keine Zeitung mehr in meinem Briefkasten! Juhuuuuuuu! Boah, du kannst dir nicht vorstellen, wie ich das gerade feiere!!! =D Dieser Erfolg lässt mich auch nachdenken.

Was war wohl der entscheidende Unterschied?

Die Einstellung macht's: Ente oder Adler?

Es gibt (laut Bodo Schäfer und Vera Birkenbihl) zwei Arten von Menschen. Die einen verhalten sich wie Adler, die anderen wie Enten (nach Vera Birkenbihl wie Frösche). Die Einen suchen nach Lösungen, handeln und übertreffen Erwartungen, die Anderen bleiben am liebsten in ihrem Teich und quaken tagein, tagaus. Ohne genauer auf diverse Unterschiede einzugehen, möchte ich dir die beiden Typen anhand meiner Hotline Erfahrungen beschreiben:

Hotline-Ente

"Ich nehme ihre Anfrage in einem Formular auf und gebe es weiter." (Standard-Prozedur, ohne erhöhten Einsatz oder weiteres Mitdenken)

Hotline-Adler

"Ach, sie rufen schon das 6te Mal in Folge an? Na da kann ja irgendwas nicht stimmen, das soll so nicht sein. Ich nehme das jetzt nochmal in das offizielle Formular auf und gehe dem zusätzlich persönlich nach. Wir haben die Möglichkeit dem regionalen Teamleiter zu kontaktieren, der ggf. mit dem Austragenden mitlaufen wird, um sich die Situation vor Ort anzusehen. Ich leite das in die Wege."

Diesen Adler hatte ich letztlich zweimal am Telefon. Großartiger Mensch! Ich habe mich verstanden und ernst genommen gefühlt, ich war mehr als eine Anrufende, die mit ihrem Anliegen in ein Formular aufgenommen wird. Der Mensch hat verstanden, worum es mir geht, hat nach Lösungen gesucht und konnte sich sogar beim zweiten Gespräch an mich erinnern. Der Hotline-Adler hat nach weiteren Lösungsmöglichkeiten Ausschau gehalten und neue Wege neben dem üblichen Formular probiert, die am Ende zielführend waren.

Hiermit ein großes Dankeschön an diesen Menschen!

Fazit zum Machtbereich: Was habe ich gelernt?

Auf diese Weise endete mein ganz persönlicher Wahnsinn. Nach 9 Wochen und wiederholten Anrufen bei der Hotline, nach Fragen zu weiteren Möglichkeiten und Erkennen meines Machtbereichs, habe ich endlich eine funktioniere Lösung dank des Hotline-Adlers erhalten. Ich bekomme keine kostenfreie Zeitung mehr, die ich nur vom Briefkasten direkt in die Papiertonne getragen habe. Ich habe meinen persönlichen Müll wieder reduziert.

Doch noch viel wichtiger als das Ergebnis ist der Prozess für mich gewesen. Ich habe gelernt, dass sich Ausdauer und Durchhaltevermögen auszahlen! Es lohnt sich für die eigenen Visionen und Ziele anzutreten und nichts unversucht zu lassen.

Ich habe über 9 Wochen hinweg das Lösen eines Problems in Angriff genommen, Rückschläge erfahren, Wut und Frustration erlebt und wurde am Ende belohnt. Eine meiner letzten Optionen innerhalb meines Machtbereichs wäre im Übrigen "das Auflauern" gewesen. =D Ich habe dem Hotline-Adler beim zweiten Gespräch befragt, wann die Zeitung schätzungsweise ausgetragen wird und ihm davon berichtet, dass ich ansonsten eben selbst auf den Austragenden warten müsse, um ihm persönlich zu sagen, dass ich diese Zeitung nicht will. Seine Antwort: Ach, das macht doch keinen Spaß. Die Zeitung muss bis 9 Uhr im Kasten sein, ab 0 Uhr stehen die Zeitungen bereit. Da abzupassen, wann der Mensch die Zeitung austrägt, macht doch keinen Spaß.

Ich weiß nicht, ob das meinen Willen noch weiter unterstrichen hat oder ob letztlich die Option, die er gefunden hat, den Ausschlag gegeben hat. Ich bin jedenfalls glücklich über diese Erfahrung.

Es ist wohl wie mit der Persönlichkeitsentwicklung in Stufen. Eine Aufgabe kommt solange in unser Leben bis wir das gelernt haben, was wir sollten. Eben wie eine Wiederholungsklausur, die wir erst bestehen, wenn wir das Richtige gelernt haben. Ich habe gelernt, dass sich Durchhaltevermögen, Hartnäckigkeit und Ausdauer auszahlen. Das wird für mich sicherlich an so mancher Stelle eine wertvolle Erfahrung gewesen sein.

Was nimmst du aus diesem Artikel mit?

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Persönlichkeitsentwicklung: Diese Worte bremsen dich aus https://www.yourinnerrising.com/blog/persoenlichkeitsentwicklung-diese-worte-bremsen-dich-aus/ https://www.yourinnerrising.com/blog/persoenlichkeitsentwicklung-diese-worte-bremsen-dich-aus/#comments Sat, 03 Apr 2021 09:00:00 +0000 Persönlichkeitsentwicklung Sprache Worte Entscheiden Achtsamkeit https://www.yourinnerrising.com/blog/persoenlichkeitsentwicklung-diese-worte-bremsen-dich-aus/ Weiterlesen

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Vor ein paar Jahren habe ich mir wenig Gedanken um weitere Bedeutungen von Wörtern gemacht. Einen Bezug zu Persönlichkeitsentwicklung oder Achtsamkeit oder Selbstbewusstsein habe ich nicht mal im Ansatz gesehen. Worte waren für mich nur Worte. Ich habe Sprachmuster und Strukturen nicht hinterfragt. Vieles habe ich übernommen, weil man es eben so sagt. Viele Witzeleien habe ich übernommen, weil es eben der Umgang ist.

Ist doch nichts dabei, oder?

Mittlerweile sehe ich das etwas anders. Ich bin achtsamer geworden und merke immer öfter, wie das nachstehende chinesische Sprichwort an Wahrheit für mich gewinnt.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Es ist schwer die eigenen Gedanken zu bemerken, wenn wir es nicht gewohnt sind. Ich übe mich im Vergleich zu meiner bisherigen Lebenszeit erst seit Kurzem darin mir meiner Gedanken bewusster zu werden. Es war für mich einfacher, den Anfang in den Worten zu nehmen, die ich bei anderen höre oder mit denen ich konfrontiert bin.

Diese Herangehensweise möchte ich mit dir teilen.

Nachstehende Worte fallen mir immer bewusster auf. Und sobald etwas in unser Bewusstsein dringt, können wir es bei Bedarf auch ändern. Wer weiß, wohin es dich bringt, wenn du diese Worte bewusster wahrnimmst. Einen Versuch ist es allemal wert.

Persönlichkeitsentwicklung Raus aus der Opferrolle

MÜSSEN: Raus aus der Opferrolle, weiter in der Persönlichkeitsentwicklung

Über die letzten Jahre bin ich immer sensibler in Bezug auf das Wörtchen "müssen" geworden. "Du musst mit mir..." löst in mir inneren Druck aus. Jemand will, ohne mich zu fragen, etwas von mir beanspruchen (Sei es Zeit, Kraft, Geld,...). Das empfinde ich als über-griffig. Jemand greift damit in meinen persönlichen Bereich ein. Jetzt wirst du sagen: Ja, Moment mal, es gibt schon Dinge, die ich machen muss.

  • Ich muss zur Arbeit gehen.
  • Ich muss frühstücken.
  • Ich muss Sport machen.
  • ...

Doch was ist, wenn ich dir sage, dass all diese Aussagen im Grunde eine Entscheidung von dir darstellen? Im Grunde kannst du jedes "müssen" in das Entscheidungsdreieck einsortieren: Ich DARF, KANN oder WILL. Die Worte stehen dabei für folgendes:

DÜRFEN: Es liegt im Rahmen der Gesetze, meiner Werte,...
KÖNNEN: Ich habe die Fähigkeiten, Kapazitäten,...
WOLLEN: Es entspricht meinen Bedürfnissen,...

Formulieren wir die Aussagen von oben in einer Variante um:

  • Ich will zur Arbeit gehen, weil ich mir meinen Lebensstandard leisten/erhalten will.
  • Ich kann frühstücken, weil ich genug Lebensmittel zur Verfügung habe.
  • Ich will Sport machen, weil ich meinen Körper gesund halten möchte.
  • ...

Was ist jetzt der Unterschied in den Formulierungen? In der ersten Variante, dem Müssen, bist du machtlos, dir wird etwas übergeworfen und du ergibst dich darin. Du nimmst damit (bewusst oder unbewusst) eine Opferrolle ein.

"Die meisten Menschen geben ihre Macht auf, indem sie denken, sie hätten keine." (Alice Walker)

Denkst du im Gegensatz dazu in Entscheidungen, hast du eine Wahl und damit auch die Macht etwas zu verändern. Das nächste Mal, wenn du Druck verspürst, etwas machen zu müssen, frag dich doch einmal, inwieweit du dich dafür entscheidest dies zu tun.

Manche von uns tun sich jedoch schwer damit Entscheidungen zu treffen. Liegt das vielleicht an einer unterschwelligen Angst?

Persoenlichkeitsentwicklung verschiedene Wege

ENT-SCHEIDEN: Zwischenmenschlich verbinden statt trennen

Im Bereich der Selbstfürsorge/Selbstliebe darf ich noch einiges lernen und das hat für mich mit Entscheidungen im zwischenmenschlichen Bereich zu tun. In meiner Vergangenheit habe ich lieber Entscheidungen zugunsten der Bedürfnisse von anderen, als meiner eigenen getroffen. Ich hatte Angst egoistisch zu sein oder, wie ich gerade merke, unterschwellig Angst davor mein Gegenüber zu verletzen und uns darüber zu trennen.

Mein Gefühl zum Ent-scheiden = Einen Scheideweg beschreiten. Entweder du oder ich.

Das muss es nicht sein.

Über einen liebevollen Umgang kann Verbindung entstehen (Ich entscheide mich für mich und damit langfristig auch für dich). Das Thema Selbstfürsorge ist für viele von uns schwierig, weil wir möglicherweise Angst haben egoistisch zu sein. Doch in vielen Fällen wären das unsere Entscheidungen nicht. Betrachten wir das Ganze doch in einem etwas größeren, langfristigerem Rahmen: Sich um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern bedeutet Kraft zu tanken. Wenn wir kraft-voll unterwegs sind, können wir viel mehr Energie schenken, um für andere da sein zu können (wenn wir es denn wollen).

Ent-Scheiden als trennend wahrnehmen (Wie eine Wahl: Esse ich den Apfel oder die Birne?), schürte in zwischenmenschlichen Beziehungen für mich bisher eine Angst etwas zu zerstören. Aus dieser Angst heraus kümmere ich mich lieber direkt erstmal um mein Gegenüber. Quasi vorbeugend, als eine Art Vorsichtsmaßnahme. Dieses Gefühl auf rohen Eiern zu laufen oder durch ein Minenfeld zu schleichen, raubte mir besonders viel Energie.

Was mache ich jetzt anders?

Ich übe mich darin mein Gegenüber und mich gleichwertig zu betrachten, ohne einen potenziellen Konflikt im Vorhinein zu bewältigen: Beide Seiten mit ihren Bedürfnissen zu sehen (sowohl du, als auch ich), in Verbindung mit mir und meinem Gegenüber zu gehen, bedeutet in Einklang zu gehen, niemanden auszuschließen und einen gemeinsamen Weg finden.

Persönlichkeitsentwicklung wie fragen

OB oder WIE: So erreichst du deine Ziele

Fragst du dich manchmal, wieso du die Ziele, die du dir selbst setzt, nicht erreichst? Ich meine jetzt nicht die Art von Vorsatz etwas zu tun, was du am Ende einfach nicht tust. Dafür ist der Grund das fehlende Handeln. Ich kenne das auch. 😉 Ich will auf etwas Subtileres hinaus, das dir möglicherweise nicht mal bewusst ist.

  • Es gibt Menschen, die mit 40 Jahren finanziell ausgesorgt haben und sozusagen in Rente gehen können.
  • Es gibt Menschen, die ihr Idealgewicht erreichen und halten.
  • Es gibt Menschen, die ihr eigenes, gut laufendes Unternehmen aufgebaut haben.
  • Es gibt Menschen, die Weltreisen gemacht haben.
  • Es gibt Menschen, die im Van leben und durch die Welt reisen.
  • ...

Möglicherweise hast du den Wunsch einer dieser Menschen zu sein und fragst dich selbst, ob du das je erreichen wirst. Im Grunde liegt darin schon der erste Denkfehler. Du fragst dich, OB du es erreichen kannst.

Hä??

Ja klar, das weißt du ja auch jetzt noch nicht. Doch deine Frage nach dem "OB" lässt auch immer zu, dass du dein Ziel nicht erreichst. Sobald wir uns fragen, OB wir etwas schaffen, weiß unser Unterbewusstsein, dass es zwei Ausgänge geben kann: Ich schaffe es oder ich schaffe es nicht.

Was wäre besser? Na klar, es gibt nur die Option "Ich schaffe es".

Und das erreichst du, indem du dich fragst, WIE du dein Ziel erreichst. Damit kommst du automatisch in ein lösungsorientiertes Denken. Schon arbeitet dein Gehirn daran Wege zu finden. Es versucht eine Antwort oder mehrere Antworten auf diese Frage zu finden. Im ersten Moment fallen dir vielleicht keine Schritte ein. Das ist in Ordnung. Gib dir Zeit, denk ruhig kreativ und in erstmal unmöglich erscheinenden Dingen. Mach es dir nicht im Vorfeld kaputt, sondern schreib runter, was du machen könntest.

Beispiel 1: Ich möchte mein Idealgewicht erreichen und mich fit fühlen.

  1. Mach dir klar, was das bedeutet. Wie hoch ist die Differenz zu deinem aktuellen Gewicht? Was bedeutet für dich "fit fühlen".
  2. Schreibe deine messbaren Ziele auf: 10kg Differenz zu aktuellem Gewicht (Zielgewicht von XX kg) / fit fühlen = 4 Stockwerke zu Fuß und ohne Pause nach oben gehen, ohne außer Atem zu sein
  3. Jetzt überlege dir, wie du diese Ziele erreichen kannst. Lass deinen Ideen freien Lauf (zu Fuß zur Arbeit gehen, früher aus der Bahn aussteigen, weiter weg parken und laufen, Intervallfasten,...).
  4. Nimm dir gezielt wenige Ideen heraus, an denen du auch Freude hast.
  5. Setze deine Ideen um und dokumentiere deine Fortschritte.

Beispiel 2: Ich möchte 30.000 € sparen und um die Welt reisen.

  1. Mach dir klar, wo du gerade stehst, und welche Differenz dir fehlt.
  2. Sammle dein Geld für deinen Wunsch zentral auf einem Konto, um den Überblick zu halten.
  3. Überlege dir jetzt, wie du die fehlende Summe sparen kannst. (Unnötige Dinge verkaufen, ein Zimmer untervermieten, Haushaltsbuch führen, Kosten reduzieren, jeden 5 €-Schein sparen, das Geld für nicht gekaufte Süßigkeiten sparen,...)
  4. Schaff dir eine Übersicht über deine Ideen und suche dir gezielt die ersten raus.
  5. Setze deine Ideen um und überweise dir das gesparte Geld auf das zentrale Konto.

Im ersten Schritt kann das Denken in Lösungen ungewohnt sein. Wir verharren gern in alten Mustern und einem "Das geht nicht". Mach dich davon langsam frei.

Lass die Frage "Wie erreiche ich...?" ruhig offen stehen.

Dein Gehirn hasst offene Fragen. 😉 Das bedeutet es versucht darauf Lösungen zu finden, auch im Unterbewusstsein und im Schlaf. Es kann also gut sein, dass du Tage später auf neue Ideen kommst, einfach, weil dein Unterbewusstsein ohne dein bewusstes Denken für dich arbeitet. Hab Vertrauen in dich.

Persönlichkeitsentwicklung ist ein Prozess, sie ist vielfältig und wir haben mehr Macht als wir denken

Persönliche Entwicklung kann auf so vielen Ebenen geschehen. Es ist dabei egal, was wir neues lernen oder wie wir uns entwickeln. Es geht für mich darum zu wachsen und nicht in der eigenen Komfortzone zu verkümmern. Es geht nicht darum den besten Weg darzustellen oder genau vorzugeben, welche Tipps für dich die richtigen sind. Persönlichkeitsentwicklung ist ein individueller Prozess, in dem wir auf unterschiedliche Weise zu unterschiedlichen Zeitpunkten wachsen. Es gibt kein richtig, kein falsch, kein genau so, kein am besten. Es gibt vielmehr ein weiter als gestern oder ein Schritt nach dem aktuellen. Wichtig ist zu erkennen, was aktuell in deinem Machtbereich liegt und was eben nicht.

Ein Teil meiner persönlichen Entwicklung umfasst einen bewussteren Umgang mit Worten. Und doch sehe ich mich nicht als perfekte Anwenderin von Worten. Ich liebe es einfach zu lernen und mit neuen Themen zu wachsen, zu erkennen, wie sich ein immer größeres Bild zusammenfügt. Für den Bereich der Sprache fing es an mit den einzelnen Worten. Einige der Worte meide ich zunehmend oder gebe ich ihnen eine heilsamere Bedeutung, die mir guttut und hilft. Ich werde mir der Verwendung einzelner Worte bewusster, hole mir auf diese Weise meine Macht zurück und gestalte, ganz im Sinne des chinesischen Sprichworts vom Anfang dieses Textes, mein eigenes Schicksal.

Für mich ist das ein Schritt raus aus, teils unbewussten, Opferrollen hin zu mehr Selbstbestimmung, Selbstbewusstsein und gelebter Freiheit.

Wie gehst du mit deinen Gedanken und deinen Worten um? Lässt du beides einfach geschehen oder schenkst du ihnen Beachtung, um sie in deine passende Richtung zu lenken?

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Persönlichkeitsentwicklung in Stufen: eine Depression will dir etwas sagen https://www.yourinnerrising.com/blog/persoenlichkeitsentwicklung-in-stufen/ https://www.yourinnerrising.com/blog/persoenlichkeitsentwicklung-in-stufen/#comments Sat, 06 Mar 2021 09:00:00 +0000 Persönlichkeitsentwicklung Depression Burn-out Erfahrungsbericht https://www.yourinnerrising.com/blog/persoenlichkeitsentwicklung-in-stufen/ Weiterlesen

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Das Leben schenkt dir Aufgaben bis du daraus gelernt hast. Das habe ich bisher nicht so richtig verstehen können. Was soll denn das auch bedeuten? Wer steuert das Ganze? Irgendwie nicht ganz greifbar. Zumindest für lange Zeit. Schaue ich mittlerweile auf meine letzten Lebensjahre zurück, kann ich ein paar Muster erkennen. Es gibt Lebensumstände, die sich wiederholt haben, so als würde ich bestimmte Stufen immer wiederholen. Es war nie dasselbe, doch irgendwie immer das gleiche. Da steckt doch System dahinter! Es ist wie Persönlichkeitsentwicklung in Stufen, bei der die nächste Stufe erst erreicht werden kann, wenn die darunter erklommen wurden. Die Aufgaben kehren also zurück bis wir sie angenommen haben und lernen uns weiter zu entwickeln.

Wiederkehrende Lebensaufgaben sind wie Wiederholungsklausuren - Sie kommen nicht wieder, wenn du das Richtige gelernt hast. (Marina Würger)

So sehe ich es mittlerweile. Alles, was immer wieder in mein Leben kommt, ziehe ich sozusagen an. Das passiert, wenn ich noch etwas Unerledigtes liegen haben, was angeschaut und gelernt werden will.

Zum besseren Verständnis nehme ich dich ein Stück mit in meine Vergangenheit.

Von der höchsten Stufe auf die niedrigste

Im Jahre 2018 habe ich im Job meine erste Burnout-Erfahrung gemacht. Bis wenige Monate zuvor lief mein Leben ganz gut. Ein toller Job, Spaß daran, viel Verantwortung, sehr gutes Gehalt, ich war fit, trainierte regelmäßig und hatte nach meinem Gefühl alles recht gut im Griff. Doch dann kam es eben anders, ich hatte ein paar Dinge übersehen, wollte ohne sie weitergehen und mich nicht damit auseinandersetzen. Also kam es, wie es wohl kommen musste. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem ich nicht mehr wusste, was ich machen sollte. Ich trieb hilflos umher, hatte kaum Zugang zu mir selbst, Freude musste ich mir wieder beibringen, mein innerer Kritiker verurteilte mich für ein Versagen und ein weiterer Anteil trieb mich an, mich zusammenzureißen und wieder arbeitsfähig zu werden, "wieder zu funktionieren". Ein ätzendes Gemisch aus verschiedensten Glaubenssätzen und daraus resultierenden Emotionen. Damals war ich offensichtlich noch nicht bereit tiefer zu schauen. In den 6-9 Monaten zuvor war so einiges in mein Leben getreten, das sich als gesammeltes Werk in Form eines Burnouts zeigte, weil ich es nicht weiter beachtet hatte.

  • Ende Juli 2017 ging mein direkter Arbeitskollege in Rente und ich fühlte mich verpflichtet unser gemeinsames Arbeitsfeld alleine zu bewältigen. Seine Stelle wurde nicht nachbesetzt und ich wollte den Laden am Laufen halten. Über Monate arbeitete ich am Limit ohne etwas zu sagen. Erst viel zu spät gestand ich mir im ersten Schritt selbst meine Überlastung ein.
  • Im August 2017 starb meine Oma, die Frau, die mich mit 3 Monaten in ihre Obhut nahm und großzog. Ich ließ die Trauer nur oberflächlich zu und lenkte mich mit meinem Leben ab.
  • Parallel bereitete ich mich auf die Deutsche Amateur Meisterschaft im Muay Thai für Anfang 2018 vor. Nach knapp 10 Stunden Arbeit also noch mindestens 4-mal die Woche trainieren, dazu Ausdauer und am Wochenende Sparringstreffen, sofern welche stattfanden.

Damals war ich nicht in der Lage mich mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Ich verdrängte, rannte weiter in meinem selbstgebauten Hamsterrad und wollte nur schaffen, schaffen, schaffen. Ich wollte mich gut fühlen und suchte nach diesem Gefühl im Außen. Ich wollte eine gute, wertvolle Mitarbeiterin sein, ebenso eine gelehrige Schülerin, die sich systematisch auf die Meisterschaft vorbereitet. Das Ganze ging neben dem Training noch mit Gewichtsreduktion einher, die mir in der stressigen Zeit eher schwer als leicht fiel (verrückt, oder? ;) ). Ich trieb mich in der Zeit im Grunde weiter von mir weg, weil ich inneren Stimmen folgte, die mir versprachen mich besser zu fühlen, wenn ich nur in Bewegung blieb.

Stillstehen, anhalten und schauen, wie es mir wirklich geht? No-way!

Nach der Meisterschaft hatte ich zwar den Titel, doch ich fiel in ein tiefes Loch. Es fing an mit einer Erkältung, ich schlief nach dem Wettkampftag fast 24h durch und ging am darauffolgenden Montag zum Arzt. Nach einer Woche merkte ich einen inneren Widerstand, eine Stimme "Du kannst noch nicht wieder zur Arbeit", gefolgt von einer Angst nicht zu funktionieren und leisten zu können. Dank meiner Hausärztin, die die richtigen Fragen stellte, fing ich an mich in den darauffolgenden Wochen auf mich zu konzentrieren. Ich lernte wieder mich an Dingen zu erfreuen, ein Buch in der Sonne zu lesen, einen Kaffee dabei zu genießen, spazieren zu gehen, Natur wahrzunehmen, im Fotografieren zu versinken und einen Schritt mehr bei mir anzukommen. Doch ein schlechtes Gewissen blieb. Mir sah man nicht an, dass ich krank bin. Mit einem Gips im Cafè sitzen ist einfacher als während einer Depression genüsslich Kaffee in der Sonne zu trinken, während man krank geschrieben ist. Doch ich machte es trotzdem, ich versuchte mich an das zu halten, was mir meine Ärztin riet.

Stufen wieder rauf, zurück ins alte Leben

Ich hatte mich nach wenigen Wochen "wieder im Griff". Mit meinem Chef erarbeitete ich einen Plan zur Wiedereingliederung, ging zurück auf dieselbe Stelle, reduzierte meine Stunden nach einer Übergangszeit auf eine 4-Tage-Woche und richtete mich langsam wieder in meinem alten Leben ein. Damals ging ich sogar mit Angst zurück ins Unternehmen. Ich wollte wieder funktionieren, mich einpassen und wieder als leistungsfähiger Teil des Teams aufgenommen werden. Ich brauchte das Außen, um mich gut zu fühlen. Nach einiger Zeit hatte ich die anfängliche Angst überwunden, befand mich zurück in einer gewissen Selbstsicherheit und erhielt auf Basis meiner Arbeit Anerkennung. Das Außen hatte nun wieder die Funktion übernommen, die es sollte. Meine Welt drehte sich wieder wie gewohnt, es ging mir gut mit dem, was ich tat.

persönlichkeitsentwicklung stufen wiederkehrende Aufgaben

Persönlichkeitsentwicklung in Stufen - auf ins neue Leben

Das ist nun über 2 Jahre her. Heute weiß ich, dass mir Ruhe und ein Ankommen bei mir hilfreicher gewesen wären, als nur umso schneller in meinem Hamsterrad vor mir selbst davon laufen zu wollen. Das einzige, wovor Menschen nicht wegrennen können, ist das eigene Selbst. Wir können uns noch so sehr anstrengen, ablenken oder verdrängen. Wir nehmen uns und unsere Gefühle mit.

Nunja, was soll ich sagen. Ich hatte meine Lektion noch nicht gelernt. 😉

Nur 2 Jahre danach stehe ich wieder an dem Punkt, an dem ich mich mit meiner Depression (oder eben Burnout) auseinandersetzen darf. Dieses Mal mache ich es anders. Diesmal nutze ich meinen eigenen Machtbereich. Ich lerne im Coaching meine Gefühle anzunehmen, lerne wie sie sich in meinem Körper zeigen, erkenne, wie sie sich immer wiederholen und löse alte Glaubenssätze, die mich in meinem alten Leben halten.

In meiner aktuellen "depressiven Episode" steht an erster Stelle den Kontakt zu mir herzustellen und meine Bedürfnisse zu achten. Das habe ich damals nicht ausreichend gelernt. Stunden reduzieren und ansonsten so weitermachen wie bisher war nicht das, was ich lernen sollte. 

Es war ein bisschen wie über schimmlige Wände streichen. Es sieht erstmal wieder schön aus, doch der Schimmel kommt solange durch, bis wir uns mit ihm auseinandersetzen und darum gekümmert haben, ihn zu entfernen. Im Anschluss haben wir eine gute Grundlage, auf der wir die neue Lebensfarbe auftragen dürfen. Bei dieser Lebensaufgabe geht es um eine tiefgreifendere Entwicklung.

Neuer Versuch - Mit guter Vorbereitung in die nächste Runde

Also nochmal bitte. Die nächste Stufe der Entwicklung wurde noch nicht erreicht. Die Wiederholungsklausur steht für mich an.

Heute sehe ich vieles anders. Stufe um Stufe baue ich mich mein neues Leben, mein neues Ich auf. Ich habe begonnen zu gestalten und mich nicht länger ausgeliefert zu fühlen. Ich arbeite an mir, lerne mich besser kennen und bin achtsamer. Ich sehe es nicht als Schwäche auf meine Bedürfnisse einzugehen, sondern bin stolz, wenn ich für mich einstehe. Das klappt sogar immer besser. 😉 Jeder kleine Schritt ist Teil meiner Entwicklung.

Wenn du also auch etwas immer wieder erlebst, komm raus aus dem Denken, raus der Opferrolle 'immer passiert mir das' und frag das Leben oder deine Seele, was sie dir beibringen wollen. Ich habe mich selbst gefragt, was mir meine Seele mit meiner Depression sagen will. Das liest sich möglicherweise erstmal komisch. Denn immerhin ist eine Krankheit ja etwas schlimmes und Ziel ist es sie wieder "wegzumachen". So wollen andere es uns gern weiß machen. Dahinter liegt für mich mittlerweile viel mehr vergraben, seit ich mich mit Psychosomatik befasse. Ich nehme meine Depression an, ohne mich ihr hinzugeben, und erkenne, dass sie mir zeigen will, dass ich besser auf mich und meine Bedürfnisse Acht geben soll.

Wie ich neue Wege nehme und dem Wahnsinn entgehe

Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert. (Albert Einstein)

Durch meine Ausbildung zum Greator Coach lerne ich mich in erster Linie auf mich zu besinnen, ich meditiere vermehrt, fühle meine Gefühle und lasse Altes los, um meine Energie auf mein neues Leben auszurichten. Der Prozess ist nicht immer einfach, doch ich merke bereits nach den ersten 3 Monaten meiner Ausbildung, wie sich mein Leben und meine Sicht auf dasselbige verändern. Ich vertraue darauf, dass ich dieses Mal meinen Weg gehe und mir ein Leben nach meinen Werten aufbaue, anstatt zurück in eines zu gehen, in das ich mich gefühlt rein zwängen muss, weil es mir nicht passt oder nicht zu mir passt.

Ich hoffe du kannst für dich etwas aus diesem Blog-Artikel mitnehmen. Ich kann dir sagen, der Blick nach Innen zu dir selbst lohnt sich. Gönn dir Ruhezeiten, meditiere im Sitzen oder bei einem Spaziergang durch die Natur, komm bei dir selbst an und erhöre deine innere Stimme. Denn alles, was du brauchst, findest du in dir.

Also:

Wie fühlst du dich gerade wirklich? Versuch nicht zu denken, sondern mehr in dich zu spüren. Erfüllt dein Leben dich mit Freude und Energie oder zieht es mehr Energie und fühlt sich weniger passend für dich an?

Erst wenn du hinschaust und bemerkst, wie du dich fühlst, kannst du Schritte einleiten, die deinen Lebenskurs korrigieren und dich zu einem schöneren Leben führen

Da fällt mir ein: Kennst du deine eigenen Werte?

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Eine Depression kann zur schweren Krankheit werden: Hier gibt es Hilfe bei der Deutschen Depressionshilfe. Wenn du dir unsicher bist, kannst du dort einen Selbsttest machen.

Die Terminservicestelle der kassenärztlichen Vereinigung erreichst du unter der Telefonnummer: 116117

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Glaubenssätze erkennen: Von Hafermilch aus Deutschland bis Mahatma Gandhi https://www.yourinnerrising.com/blog/glaubenssaetze-erkennen/ https://www.yourinnerrising.com/blog/glaubenssaetze-erkennen/#comments Mon, 01 Feb 2021 12:20:00 +0000 Analogie des Alltags Glaubenssätze Persönlichkeitsentwicklung Reflexion Hafermilch https://www.yourinnerrising.com/blog/glaubenssaetze-erkennen/ Weiterlesen

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Ist dir bewusst, dass dir in den meisten Fällen allein die Vorstellung von etwas ein gutes oder schlechtes Gefühl vermittelt? Ein bisschen wie der Glaube an etwas. Und deine eigenen Gebote sind die Sätze, die du dir sagst, an die du selbst glaubst, deine Glaubenssätze. Machen wir uns hiermit selbst etwas vor? Wollen wir manchmal vielleicht auch einfach nur das? Warum das Hinterfragen der eigenen Glaubenssätze so wichtig ist, wie du das machen kannst und was das mit meiner Hafermilch zu tun hat, erfährst du in diesen einfachen Zeilen.

Ich sitze am Küchentisch und trinke einen Kaffee. Dass mir dabei gern mal Analogien einfallen und ich von meiner French Press zum Stressabbau komme, hast du möglicherweise schon mitbekommen. Heute fällt mein Blick auf die Hafermilch, die ich allzu gern mit meinem Kaffee trinke. An der Packung ist erstmal nichts Besonderes. Das Tetrapak verspricht "zu schützen, was gut ist", so wie es das wohl auch bei jedem x-beliebigen Orangensaft macht. Also was war beim Betrachten der Hafermilch so besonders, was mich diesen Artikel schreiben lässt? Der Zucker-Gehalt? Nein, über den habe ich mich ja schon mal (zumindest innerlich) aufgeregt. Ich erzähle dir also nichts über besondere Herstellungsverfahren von veganen Produkten. Das können andere Menschen besser machen. Mein Blick und dieser Text gilt etwas viel Banalerem.

Als ich meinen Blick über die Verpackung schweifen lasse, fällt mir der Herstellungsort ins Auge: Deutschland. Schon mal ein Pluspunkt auf meiner "Ich möchte nachhaltiger leben"-Liste. Hafer aus Deutschland wird in Deutschland für mich als in-Deutschland-Lebende in Hafermilch verwandelt. Das klingt super! Ob der Hafer nun in der Nähe von Kiel angebaut und im LKW durch den Elbtunnel in den Süden gefahren wird, um dort verarbeitet und im Anschluss wieder zurück in den Norden zu mir an den Tisch gebracht zu werden, spielt in meiner Vorstellung erstmal keine Rolle. Der Hafer kommt aus dem Inland und wird dort verarbeitet. Diese Vorstellung macht mir ein gutes Gefühl und daran möchte ich glauben. Dabei habe ich in Wirklichkeit keinerlei Ahnung davon, wie das genau aussieht. Ich gebe mich mit meiner Vorstellung und dem daraus resultierenden (in diesem Fall durchaus guten) Gefühl zufrieden. In meiner Vorstellung tue ich etwas Gutes, leiste meinen Beitrag für die Umwelt und darf mich deswegen laut innerem Glaubenssatz gut fühlen.

Boom!

Das hat jetzt gesessen!

Und woher kommt der Hafer für deinen Haferdrink?

Oder trinkst du noch die Muttermilch einer anderen Spezies?

So oder so ähnlich könnte jetzt eine hervorragende "Gesprächseröffnung" beginnen. Im Übrigen stellen sich allein beim Schreiben solcher Wertungen meine eigenen Nackenhaare auf. Ich gehe damit auf Angriff und erwarte schon innerlich Gegenwehr. Ich bereite mich darauf vor meine Vorstellung zu verteidigen. Immerhin habe ich mich mit dieser Art von Formulierung höher gestellt als dich oder dich herabgewürdigt. Je nach dem wie wir beide solche Sätze für uns lesen und auf Basis unserer Glaubenssätze interpretieren. Wenn es um die Themen Ernährung oder Nachhaltigkeit geht, empfinde ich Gespräche öfter so. Viele wollen sich besser fühlen. Das ist auch erstmal ok, solange der Vergleich "besser als" sich auf die eigene Lebenssituation vor und nach einer Veränderung bezieht. Das schadet niemanden und verbessert einfach deine eigene Situation. Prima. Wenn aus dem "besser als vorher" ein "besser als die anderen" wird, dann wird es kritisch. Damit erheben wir uns über andere und erschaffen ein Ungleichgewicht.

Genau das ist Bullshit.

Hat damit irgendeine Seite am Ende gewonnen? Wissen wir dann, was "der richtige Weg" ist?

Nein.

Was wir damit erreichen, ist eine Art von Krieg und das (unterschwellige) Bedürfnis für "das Richtige" zu kämpfen. "Das Richtige" bestimmt sich dabei für jede Seite anhand der jeweiligen Glaubenssätze und ist damit in der jeweiligen Vorstellung auch das Richtige. Schon haben wir mindestens zweimal etwas Richtiges. Das funktioniert für die meisten nicht. Es kann immerhin nur EIN RICHTIG geben (auch ein begehrter Glaubenssatz). Doch was ist, wenn es "das eine richtige" gar nicht gibt? Was ist, wenn wir durch "Meine Vorstellung ist die richtige" nur erreichen, dass andere nach Fehlern in meiner Vorstellung suchen und mir beweisen wollen, dass sie falsch ist. Da geht es plötzlich nicht mehr um die Sache und das allgemeingültige Wahre, zu finden. Keiner sucht mehr nach der "richtigen" Lösung. Alle sind damit beschäftigt, Vorstellungen von anderen zu torpedieren, gewaltsam die eigene Vorstellung als die ultimative Wahrheit hinzustellen (und primär das darauf begründete Gefühl zu verteidigen).

Schlammschlacht ist angesagt, nur macht die nicht besonders viel Spaß.

Das Thema der Vorstellung ist im Übrigen nahezu frei wähl- und austauschbar:

  • Religion
  • Gesunde Ernährung (vegan, omnivor, carnivor, vegetarisch,..)
  • Urlaub (Camping, All-inclusive Pauschalreise, Backpacking,...)
  • Transportmittel (Auto, Öffis, Motorrad, Fahrrad, zu Fuß, Skateboard,..)
  • Energieversorgung (Erneuerbare Energie, Atom,...)
  • Spiritualität
  • ...

Wir Menschen sind kreativ darin, eigene Vorstellungen zu entwickeln und daran zu glauben. Denn sind wir mal ehrlich. Uns einzugestehen, dass wir nichts wissen und uns im Grunde Unsicherheit umgibt, wäre doch fatal!

Wenn wir wollen, finden wir immer Themen, mit denen wir uns gut fühlen (möglicherweise besser als andere, weil wir gern besonders wären). Wir haben eine Vorstellung davon, was daran gut ist. Dabei können wir es übrigens auch belassen. Denn weißt du, was das verrückt ist? Es braucht gar kein "Ich bin besser". Es gibt die Möglichkeit, ohne Wertung und Vergleich von deiner Vorstellung zu erzählen. Verrate doch deinem Gegenüber, warum du lieber Hafermilch aus Deutschland trinkst. Vielleicht hast du Infos recherchiert, die dein Gegenüber noch nicht kennt, die in seiner oder ihrer Vorstellung gar nicht existierten. Ein "Ich habe mich dazu entschieden, weil..." ist völlig unabhängig und frei von Angriff.

Ich bin das ständige Kämpfen leid!

Ein kleiner Schwank aus meinem Leben: Es gibt Menschen, die brauchen nur das Wort "vegan" zu hören und sie scheinen sich angegriffen zu fühlen. Es reicht neben ihnen ein pflanzliches Würstchen zu essen, um eine Argumentationskette oder wertende Bemerkungen loszutreten. Ich bin es leid. Früher bin ich darauf eingestiegen, weil ich mich selbst angegriffen gefühlt habe. In meiner Wahrnehmung zu Unrecht attackiert. Ich wollte erklären, warum... Ich wollte meine positiven Erfahrungen teilen... Doch soweit kam ich in den seltensten Fällen. Das war frustrierend. Irgendwann verstand ich, dass es nicht um das Essen, nicht um das Thema selbst ging.

Meine Glaubenssätze gegen andere Glaubenssätze.

Es ging um Vorstellungen. Vorstellungen prallten, wenn auch unbeabsichtigt, aufeinander. Möglicherweise die Vorstellung von militanten, vegan lebenden Menschen, die nur missionieren wollten (und damit schlechte Gefühle beim Gegenüber auslösen. Wer will das denn bitte auch?). Dann lieber selbst angreifen. Oder die Vorstellung der eigenen Ernährungsweise bröckelte beim Anblick der pflanzlichen Würstchen (dahin ist das gut aufgebaute Gefühl von Sicherheit. Das darf nicht sein, denn Menschen lieben Gewohnheit!). Wer weiß das schon. Ich weiß es nicht. Damals habe ich nämlich nie danach gefragt, warum auf mich eingeredet wurde. Ich zog mich zurück, ließ einen Monolog über mich ergehen oder wechselte das Thema. Heute würde ich nachfragen, wie die Vorstellung meines Gegenübers aussieht. Vielleicht habe ich meine Welt noch nicht durch diese Brille gesehen. Doch wenn es nicht um Austausch geht, sondern ums "Recht haben", werde ich nicht mehr kämpfen. Das ständige kämpfen bin ich leid.

Glaubenssätze und Fokus bestimmen deine Welt

Hinterfrage deine Glaubenssätze und erweitere deine Vorstellung

Keiner von uns kann die Welt im Ganzen erfassen. Wir haben alle eine andere Perspektive. Ein und dieselbe Haferdrink-Verpackung sieht aus jedem Winkel betrachtet anders aus. Und steht sie auf einem undurchsichtigen Tisch, können wir sie nicht einmal in ihrer äußeren Hülle komplett betrachten. Das Innere bleibt uns von vornherein verborgen.

Was will ich damit sagen?

Wir können Menschen weiterhin stumpfsinnig nach ihrer äußeren Hülle aus unserer einfachen Perspektive betrachten, sie darauf basierend bewerten und uns unsere Vorstellung von ihrem Leben, ihrem Inneren, den Gedanken und Gefühlen machen.

  • Wenn sie das sagt, denkt oder will sie...
  • Das machen doch alle (x-beliebige Beschreibung) so.
  • Ach immer dieser (x-belibiges Wort)...
  • Wenn ich das schon wieder sehe,...
  • (Verallgemeinerung jeglicher Art frei wählen)
  • ...

Oder...

Wir hinterfragen unsere Vorstellung und negavtiven sowie positiven Glaubenssätze, nehmen mal eine andere Perspektive ein und fragen, wie es im Inneren unseres Gegenübers wirklich aussieht.

Neben Verallgemeinerungen schenke ich in der nachfolgenden Liste noch weitere Beispiele für Glaubenssätze. Es sind im Übrigen eher die negativen Glaubenssätze, die uns in unserer Entwicklung einschränken:

  • Ich kann das nicht.
  • Ich bin einfach nicht sportlich.
  • Ich kann nicht abnehmen (oder zunehmen).
  • Veganer sind zu blöd zum Jagen.
  • Das liegt in meiner Familie.
  • Wenn sie das sagt, will sie, dass ich...
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. (Schließt aus, dass Arbeit Spaß macht.)
  • Wer lachen kann, hat noch Kapazität für Arbeit frei.
  • Nur gestresste Menschen können wichtig sein.
  • Wichtige Menschen haben keine Zeit.
  • Ich bin es nicht wert.
  • ...

In meiner Coaching-Ausbildung bei Greator habe ich eine Methode gelernt, mit der ich Glaubenssätze (sofern ich sie denn erstmal erkannt habe) zu überprüfen. Da uns eher negative Glaubenssätze zurückhalten, überprüfe ich diese am liebsten. Die Methode, mit der ich das tue, nennt sich "The Work" (von Byron Katie) und sie stellt (negative) Glaubenssätze auf die Probe.

  1. Ist das wahr?
  2. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das wahr ist?
  3. Wie reagierst du, was passiert, wenn du diesen Gedanken glaubst?
  4. Wer wärst du ohne den Gedanken?

Allein die allererste Frage "Ist das wahr?" hinterfragt deinen eigenen, inneren Denker. Sie ermöglicht dir eine neue Herangehensweise und ein heraustreten, aus eingefahrenen Denkstrukturen. Im weiteren Verlauf der Methode stellst du dir vor, wie dein Leben aussehen würde und wie du dich fühlen würdest, wenn du frei wärst von diesem Glaubenssatz. Das kann ein ganz schönes Gedankenexperiment sein, denn immerhin gehörte der Satz bisher gut zu deiner Welt. Doch was wäre, wenn es anders wäre...

Stelle dich deinen eigenen Glaubenssätzen und Vorstellungen. Aber Vorsicht!

Es könnte passieren, dass deine eigene Vorstellung "wie jemand oder etwas ist" zu bröckeln beginnt und Risse bekommt. Doch das macht sie und dich selbst lebendiger. Wer weiß, vielleicht füllst du die Risse deiner Vorstellung mit goldenem Kit auf, so wie es in Japan bei gebrochenen Schalen üblich ist. Erst durch ihre Risse erlangen sie ihre wahre Schönheit.

Wer weiß das schon...

Das waren meine einfachen Gedanken bei Kaffee mit Hafermilch, die in Deutschland in der Mahatma-Gandhi-Straße hergestellt wurde. 

Was sind deine Gedanken zu Vorstellungen und Glaubenssätzen? Hast du Lust deinen eigenen auf die Schliche zu kommen? Wie war es die ein oder andere weitere "Wahrheit" zu erleben?

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Finanzielle Unabhängigkeit: ein Weg, der sich zu gehen lohnt https://www.yourinnerrising.com/blog/finanzielle-unabhaengigkeit-ein-weg-der-sich-zu-gehen-lohnt/ https://www.yourinnerrising.com/blog/finanzielle-unabhaengigkeit-ein-weg-der-sich-zu-gehen-lohnt/#comments Wed, 25 Nov 2020 05:00:00 +0000 Mind-Body-Soul Minimalismus Erfahrungsbericht Finanzen finanzielle Unabhängigkeit Erfolg https://www.yourinnerrising.com/blog/finanzielle-unabhaengigkeit-ein-weg-der-sich-zu-gehen-lohnt/ Weiterlesen

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Vor kurzem habe ich mir folgende Frage gestellt: Was hat sich in meinem Leben geändert, seit ich mich bewusst mit meinen Finanzen und dem Ziel "finanzielle Unabhängigkeit erreichen" beschäftige? Damit ich diese Frage im Zusammenhang für dich beantworten kann, lass mich dir einen kurzen Einblick geben, wie ich mich davor mit Finanzen beschäftigt habe und wie mein Leben aussah. Im Grunde habe ich mich bis Anfang 2020 kaum bis gar nicht aktiv mit meinen Finanzen im Allgemeinen oder meinen Ausgaben im Verhältnis zu meinem Einkommen im Speziellen auseinandergesetzt. Für mich waren die Worte Finanzen oder Investieren und die damit vermeintlichen Aktivitäten wie ein großes schwarzen Loch: Beängstigend, ungewiss und undurchsichtig komplex. Alles gute Gründe (bzw. innerliche Rechtfertigungen) für mich, mich nicht mit ihnen zu beschäftigen. Als Studentin hatte ich Verträge zur Altersvorsorge und Berufsunfähigkeit abgeschlossen. Doch wenn ich ehrlich bin, habe ich die Einzelheiten dahinter wenig durchblickt. Ich war in erster Linie froh mich irgendwie abgesichert zu haben. Das, was mir die Vertreter erzählten, klang logisch und sinnvoll für mich. Ich ging davon aus, dass mir die Verträge Sicherheit gewähren und ich mich deswegen nicht weiter kümmern muss. Für mich war das Thema Vorsorge erstmal abgehakt. Dann fing ich in meinem ersten Job an. Ich habe mein Geld als Ingenieurin verdient, immerhin bereits zu Anfang des Monats mittels Dauerauftrag eine Summe auf ein Tagesgeldkonto überwiesen. Aus irgendeinem Grund hatte ich damals bereits den Gedanken, dass ich nicht mehr Geld ausgeben muss, um mich gut zu fühlen. Ansonsten versuchte ich im Großen und Ganzen einfach weniger auszugeben, als ich verdiente. Das war damals für mich sparen. Doch das führte auch dazu, dass ich, sobald ich Urlaub hatte, das Geld förmlich aus dem Fenster warf. Ich konnte es mir leisten und machte mir daher wenig Gedanken darüber Geld sinnvoll auszugeben oder gar es vorher zu investieren. Wenn ich Geld habe, kann ich es doch auch benutzen, oder? Ist das nicht eine Form von finanzieller Freiheit?

Das Dunkle fordert Aufmerksamkeit: Sich um die eigenen Finanzen kümmern

Doch wie es so ist mit Dingen/Gedanken, die man besonders stark beiseiteschieben und verdrängen will: Sie fordern irgendwann ihre Aufmerksamkeit ein. Im Hintergrund schwelte seit einigen Jahren immer stärker der Appell "Kümmere dich um deine Finanzen". Ich schaffte mir das Buch "Souverän investieren" (Gerd Kommer) an. Das war der erste Schritt, doch es lag erstmal einfach bei mir zu Hause in Sichtweite einige Wochen, möglicherweise Monate rum. Ich las die ersten Seiten und fühlte mich bestätigt eine neue Wissenschaft lernen zu müssen, um meine Finanzen zu überschauen. Also erstmal nichts machen. Menschen mögen keine Überforderung und ziehen sich lieber in ihre Komfortzone zurück. Da kennen wir uns aus, da wissen wir, dass es uns gut geht. So war es auch bei mir und meinen Finanzen. Ich schaute mal raus aus der Komfortzone, doch da fühlte ich mich überfordert und unsicher. Also wieder zurück. Das Spielchen spielte ich eine Weile mit mir selbst. Irgendwann begann ich kleine Schritte auf dem Weg zur finanziellen Freiheit zu machen und mich dem schwarzen Loch von anderen Seiten zu näher und es mehr zu beleuchten. Ich fing an andere Wege zu nehmen, schaute mir Videos zum Thema Finanzen an und stieß letztlich auf eine Anzeige von Natascha Weglein. Sie lud ein für ein kostenloses Webinar zum Thema "Finanzielle Freiheit für Frauen". Dazu sprach sie mich als Frau an, weil sie Statistiken zitierte laut denen 75% der Frauen, die heute 30-55 Jahre als sind, zukünftig in Altersarmut leben werden (also unter 400€ monatlich als Rente erhalten). Das war Anlass für mich zu hören, was die mir bis dato unbekannte Frau zu sagen hat. Ich meldete mich für ihr Webinar an und ließ mir in knackigem Tempo und strukturiert aufgearbeitet erklären, welche Schritte notwendig sind, um finanzielle Unabhängigkeit zu erlangen. Perfekt! Ich mag es, wenn Menschen auf den Punkt kommen. An dem Abend entschied ich mich weit über 1.000€ in meine persönliche Finanzbildung zu investieren. Uff. Eine Geld-zurück-Garantie gab mir die nötige Sicherheit einem Menschen mein Geld zu geben, der mir kaum bekannt war und dem ich dennoch mein Vertrauen schenkte. In dem Moment fühlte es sich nach dem logischen Schritt an mich endlich meiner Angst vor meinen Finanzen zu stellen.

Finanz-Mentoring: Madame Moneypenny und die Moneypennies 2020

Ich entschied mich nach dem Webinar von Natascha an ihrem Mentoring-Programm teilzunehmen. Über 8 Wochen versprach ich mir, mich um meine Finanzen zu kümmern und wochenweise Aufgaben zu bearbeiten, Übersicht über meinen Status Quo zu erlangen, Wissen über die Börse und Aktien anzueignen, in den Austausch mit mir selbst und mit anderen zu gehen. Ein starkes und anstrengendes Programm, gerade, wenn man wie ich noch innere Blockaden zu bekämpfen hat, die mich abhalten Schritte nach vorn zu gehen. Glücklicherweise war ich mit diesen Hürden nicht allein. Die meisten Teilnehmerinnen (die Moneypennies 2020) hatten mit sich selbst, ihren Glaubenssätzen und Ängsten zu kämpfen. Wir konnten uns Halt geben und mit Rat unterstützen. Eine wundervolle Gemeinschaft entstand und festigte sich über die gemeinsamen 8 Wochen des Programms. Ganz besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle an Gaby Kammler aussprechen. Wir beiden waren Buddies, haben uns über das gesamte Programm und darüber hinaus zur Seite gestanden. Wir haben gemeinsam Aufgaben gelöst, uns unterstützt und offene Fragen geklärt (Über ihre Arbeit und die Verbindung von Yoga und Krebs werde ich an anderer Stelle berichten). Neben der Unterstützung durch die Moneypennies stand Natascha selbst mit ihrem Expertenwissen Rede und Antwort. Sie rundete das Programm ab, indem sie Ingo Schröder als Finanzexperten einband, der uns unter anderem die Vorzüge von passivem Einkommen schmackhaft machte. Die beiden sind ein super Team und die wöchentlichen Frage-Antwort-Runden mit den beiden sorgten für Klarheit, Verständnis und trainierte Lachmuskeln.

Wichtige Schritte zur finanziellen Unabhängigkeit

  1. Mindset und Glaubenssätze ansehen. Wie schaue ich auf das Thema Geld?
  2. Meinen Status Quo bestimmen. Wie viel Geld/Vermögen habe ich?
  3. Ziel bestimmen. Was will ich erreichen?
  4. Wissen aneignen zu Strategie/Finanz-Produkten. Welche Möglichkeiten gibt es an mein Ziel zu gelangen?
  5. Weg mit Zwischenzielen markieren. In welche Zwischenziele kann ich mein Ziel runterbrechen, um auf Kurs zu bleiben?
  6. Ideen und Lösungen finden. Wie kann ich diese Zwischenziele erreichen?
  7. Erfolge feiern!

Mir half es meine Finanzen zu "Entmystifizieren" und dem Ganzen eine analytische Betrachtung zugrunde zu legen. Ich konnte mich meinen Ängsten und Blockaden stellen und hatte am Ende Spaß an einem Themenfeld, das mich vorher mehr Energie gekostet hatte als anderes. Als dieser Knoten sich löste und ich erkennen konnte, was sich hinter dem schwarzen Loch befand, hatte ich plötzlich mehr Energie zur Verfügung. Ich bin nun in der Lage die zurückgehaltene Energie für Neues nutzen. Die Investition von Zeit und Geld haben sich mehr als ausgezahlt.

Zeit Erfolge zu feiern

  1. Seit Januar 2020 (rückwirkend) führe ich ein Haushaltsbuch.
  2. Allein das Auflisten der Fixkosten hat mir 8 Stellhebel geliefert, mit denen ich Fixkosten senken konnte.
  3. Alle 8 Verträge sind gekündigt und laufen in den nächsten Monaten aus oder laufen zu günstigen Konditionen.
  4. Im April habe ich mein erstes Depot eröffnet und mein Weltportfolio mit ETFs und Tagesgeld angelegt.
  5. Im April habe ich meine Sparrate um 100€ erhöht.
  6. Im Juli habe ich meine Sparrate um weitere 100€ erhöht.
  7. Ebenfalls seit Juli stelle ich meine Couch gelegentlich Besuchern gegen Geld zur Übernachtung bereit. Dafür nutze ich Airbnb und bin begeistert von der einfachen Handhabung. Meine Reisekosten senke ich ebenfalls über Übernachtungen bei Privatpersonen und genieße den Austausch, der sich daraus ergibt. Werde selbst Gastgeber*in.
  8. Ich reduzierte meine Vollzeitstelle auf eine halbe Stelle.
  9. Anmeldung meines Gewerbes am 31.03.2020
  10. Einarbeitung in Online-Zahlungströme und das Anlegen von Bezahlstrukturen
  11. Umstrukturierung meiner Website und das Testen der neuen Umgebung war erfolgreich.
  12. Blog im September online und die ersten 6 Artikel veröffentlicht
  13. Im September habe ich meine Sparrate um 60€ erhöht (also 260€ monatlich (!) mehr als vor dem Mentoring).
  14. Erster Artikel von meiner Gastautorin Gina wurde auf meinem Blog im Oktober veröffentlicht.
  15. Ich teile meine Ziele in 90-Tage-Zeiträume ein. Die nächsten 90 Tage sind angebrochen und ich arbeite fleißig auf meine Ziele hin.

Fazit

Ich bin sehr dankbar für die letzten Monate. Ich habe endlich einen großen Teil meiner gebundenen Energie freigelassen, lerne mich abzugrenzen, Nein zu anderen und Ja zu mir zu sagen und steuere auf mein Wunschleben zu. Es ist wichtig in die eigene Entwicklung zu investieren, um sich selbst weiterentwickeln zu können. Ich investiere gern in mich und erfreue mich mehr und mehr an meinen Erfolgen. Dazu lerne ich, dass ich es in der Hand habe, mein Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Mein Weg zur finanziellen Freiheit hat begonnen, meine Sparraten sind definiert, ich arbeite daran mir passives Einkommen zu generieren und investiere den ein oder anderen Euro systematisch in Aktien. Alles ist auf eine gute Basis gestellt, von der aus ich nun weitermache. Wenn ich meine Entwicklung in diesem Lebensbereich auf meine eigenen Werte runterbreche, richte ich mich mehr und mehr darauf aus. Einer meiner TOP-Werte ist Unabhängigkeit und finanzielle Unabhängigkeit ist ein Teil davon, auf den ich kontinuierlich zusteuere. Das schwarze Loch meiner Finanzen ist entmystifiziert, ich habe es genauer angeschaut und Blicke in eine neue Galaxie werfen können. Ein wundervoll befreiendes Gefühl!

Welche schwarzen Löcher versuchst du zu ignorieren? Welche neuen Galaxien wollen von dir erkundet werden?

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Lähmende Angst: Wie ich mich Spinnen stellte, ohne in Ohnmacht oder Panik zu verfallen https://www.yourinnerrising.com/blog/laehmende-angst-wie-ich-mich-spinnen-stellte-ohne-in-ohnmacht-oder-panik-zu-verfallen/ https://www.yourinnerrising.com/blog/laehmende-angst-wie-ich-mich-spinnen-stellte-ohne-in-ohnmacht-oder-panik-zu-verfallen/#comments Wed, 11 Nov 2020 05:00:00 +0000 Erfahrungsbericht Komfortzone Angst Spinnen Persönlichkeitsentwicklung Komfortzone erweitern https://www.yourinnerrising.com/blog/laehmende-angst-wie-ich-mich-spinnen-stellte-ohne-in-ohnmacht-oder-panik-zu-verfallen/ Weiterlesen

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Ich bin keine Ärztin und keine Therapeutin, ich bin eine Frau, die sich ihrer eigenen Angst in den Weg stellte und sie hinterfragte. Wir alle kennen Angst. Sie zeigt sich sehr wahrscheinlich in vielfältigen Formen. Doch wir alle wissen, was es heißt Angst zu haben, was es bedeutet sich ängstlich zu fühlen.

Lass mich dir beschreiben, wie es mir in meinem Leben mit Spinnen ergangen ist und wie ich mich aus den gefühlten Fängen meiner Angst befreite. Ich nehme dich mit auf eine Reise in meine Vergangenheit und zeige dir, wie ich mich meiner Angst stellte und was das mit mir gemacht hat.

20150525 Ich stelle mich meiner Angst vor Spinnen Zoom

Wann haben wir Angst?

Wir haben Angst, sobald wir unser sicheres Umfeld verlassen. Und unser sicheres Umfeld ist unsere Komfortzone. In ihr wissen wir, was wir zu tun haben. Wir wissen, was uns guttut und wie wir uns zu verhalten haben, um uns gut zu fühlen. Wir wissen, welche Wege wir gehen können, um ohne viel Aufwand an unser Ziel zu kommen. Wir fahren oder gehen dieselben Wege zur Arbeit und schalten quasi in den Autopiloten bis wir am Ziel angekommen sind.

Kennst du das auch?

Du sitzt im Auto oder auf dem Rad, fährst zur Arbeit und ohne es groß gemerkt zu haben, bist du angekommen. Du hast nicht darauf geachtet, welche anderen Menschen dir entgegengekommen sind, du kannst nicht sagen, was an den Straßenrändern passiert ist. Es sei denn natürlich etwas fällt dir (meist negativ) auf und du wirst herausgerissen aus deinem Trott. Doch in Gedanken bist du bis dahin vielleicht bei der Einkaufsliste für später oder bei deiner allgemeinen Tagesplanung, einem Gespräch von gestern oder in anderen Gedankenwelten. Was um dich herum im Hier und Jetzt passiert, nimmst du nicht bewusst wahr. In diesem ruhigen Zustand, in dem Gewohnten, da fühlen wir uns wohl und sicher. Hier kennen wir uns aus. Angst steigt erst in uns auf, wenn diese Sicherheit (auch wenn nur scheinbar und in unserer Vorstellung) bedroht ist.

  • Es kommt ein unerwarteter Anruf deines Chefs, der sich sonst nie direkt bei dir meldet.
  • Dein Auto macht plötzlich seltsame Geräusche beim Fahren.
  • Eine Spinne läuft über dein Armaturenbrett.

Je nachdem, was du bisher in deinem Leben erfahren hast, kann einer dieser Momente dein Gedankenkarussel anwerfen.

Was will mein Chef jetzt von mir? War der Vortrag gestern doch nicht so gut wie ich dachte? Unsicherheit macht sich breit.

Dein Auto rappelt und du hast Angst, dass du nicht weiterfahren kannst. Oder schlimmer noch: Gleich fliegt es dir um die Ohren!

Und dann noch die Spinne dazu und das Leben ist im Grunde bereits vorbei. 😉

Ich übertreibe, um dir zu veranschaulichen, dass aus einem für einen Menschen erstmal neutralem Moment, für einen anderen Weltuntergangsstimmung herrschen kann. Das liegt an unseren unterschiedlich großen Komfortzonen. Die einen nehmen die Spinne auf die Hand und werfen sie aus dem Fenster. Die anderen legen eine Vollbremsung hin und fliehen aus dem Auto. Was beide dennoch gemeinsam haben? Die Angst, die sie ergreift, wenn sie ihre Komfortzone verlassen.

Warum ist Angst etwas Gutes?

Die Angst haben wir der Natur zu verdanken. Zu verdanken? Ja, zu verdanken. Denn Angst ist etwas Gutes. Angst möchte uns beschützen. Sie möchte, dass wir es sicher haben. Denn für die Angst ist Unsicherheit und Ungewissheit gleichbedeutend mit Risiko. Für die Angst ist je nach Intensität direkt unser Überleben bedroht. In vergangenen Zeiten, als wir noch mit Säbelzahntigern und Mammuts unseren Lebensraum teilten, war dies ein wirklich mächtiges Instrument.

Die Angst ist der Startschuss für ein Wunderwerk der Natur.

Denn durch sie wird unser Überlebensmodus aktiviert. Wenn du Angst hast, kannst du spüren wie dein Puls sich erhöht, Adrenalin wird bereitgestellt und du spürst einen Energieschub durch dich fließen. Steht ein Tiger plötzlich vor ist, ist das ein unfassbar nützlicher Auslöser. Denn jetzt hast du die Energie zur Verfügung wegzulaufen und dich wieder in Sicherheit zu bringen. Doch was passiert, wenn wir diesen Überlebensmodus aktivieren, wenn er uns gar nicht dienlich ist?

Wann wird Angst hinderlich? Wann lohnt es sich, sich der eignen Angst zu stellen?

Vor ein paar Jahren hatte ich eine riesige Angst vor Spinnen, möglicherweise auch eine Phobie. Ich war nie in Therapie und kann und will daher hier keine Diagnose abgeben. Dafür möchte ich euch beschreiben, wie ich mich gefühlt habe.

Ich konnte in den Anfängen nicht einmal gefahrlos durch verschiedene TV-Sender zappen, denn allein ein Bild oder ein Ausschnitt aus einer Tier-Doku, in dem eine Spinne gezeigt wurde, führte bei mir zu einer Angstreaktion. Ich musste direkt umschalten und mich erstmal wieder sammeln. Mein Puls erhöhte sich und ich bekam schwitzige Hände. Das war kein schönes Gefühl. Ich fühlte mich durch diese Reaktion sehr eingeschränkt.

Betrachte ich es mit meinem Wissen von heute, kann ich sagen, dass meine geistige und körperliche Reaktion der Situation nicht angemessen war. Denn mal ehrlich? Was will mir ein Bild von einer Spinne denn schon antun? Damals fing ich an mir genau diese Frage zu stellen. Ich bekam mehr und mehr das Gefühl meiner Angst ausgeliefert zu sein.

Ich fühlte mich von ihr an die Hand genommen und weggezerrt. "Hier geht es lang, weg da von der Gefahr!" schien sie mir ungefiltert zu vermitteln.

Ich konnte nicht darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, sondern war meiner Angstreaktion ausgeliefert. Das Gefühl ausgeliefert zu sein und nicht frei entscheiden zu können, wollte ich nicht mehr. Irgendwann war für mich der Punkt erreicht, an dem ich mich freier fühlen wollte. Ich wollte, dass meine Angst wieder hilfreich ist und aufhört mich einzuschränken und zu blockieren. Das war der Punkt, an dem ich mich meiner Angst entgegenstellte und sie genauer ansah.

Wie kann ich meine Angst überwinden?

Ich setze mich als Erstes selbst meiner Angst aus. Das hieß Bilder von Spinnen ansehen und die Angst da sein lassen. Im nächsten Schritt bewegte Bilder, also Videos/Filme von Spinnen ansehen, und die Angst da sein lassen. Das funktionierte natürlich nicht immer sofort. Ich habe das seeeeehr oft machen müssen. Und mich dabei lange schlecht gefühlt, denn ich war in solchen Situationen mehr als nur unsicher. Immer wieder rein in die Situation und merken, dass mir nichts Schlimmes passiert. Das ist wichtig.

Ich habe mich damals bereits unbewusst "umprogrammiert".

Die Angst schütze mich vor der Erwartung, dass mir mit einer Spinne im Raum etwas Schlimmes passieren würde. Diese Grundlage habe ich meiner Angst Stück für Stück entzogen. Ich stellte infrage, dass ich in Lebensgefahr schwebte. Und allein das verkleinerte meine Angst, die in ihren Anfängen eher einer Panik glich. Ich hatte lange Zeit erstmal "nur Angst", wenn ich eine Spinne sah und konnte sie irgendwann mit ausgestreckten Armen, einem Glas und einem Stück Karton aus der Wohnung schaffen. Angetrieben war ich damals von dem Gefühl für jemand anderen stark sein zu müssen. Wenn beispielsweise meine Freundin in ihrer Angst vor Spinnen weglief, habe ich mich meiner Angst gestellt und meine Freundin vor der Spinne "gerettet". Mir war oft mulmig dabei, doch es half mir mich sicherer darin zu fühlen, Spinnen auszusetzen. Auch wenn ich zu dem Zeitpunkt noch relativ starke Angst verspürte, habe ich mich viel freier bewegen können. Denn mittlerweile waren Bilder und Filme von Spinnen kein Panikauslöser mehr. Ich hatte meine Komfortzone erweitert!

Meinen wahren Durchbruch erlebte ich an einem Wochenende in Heideruh

Ich wollte mehr. Ich wollte nicht mehr diese große Angst spüren, wenn ich eine Spinne mit einem Glas in ihre Freiheit lasse. Ich wollte auch das souveräner meistern. Ich wusste nicht wie, bis ich Anya 2015 in Heideruh kennen lernte. Wir waren beide Teil eines Treffens, das sich als Ersatz für das Lesbenfrühlingstreffen geformt hatte. Im Grunde waren wir zwei von knapp 40 Frauen, die gemeinsam im Wald in der Sonne einer Lichtung saßen und frühstückten. Das Gespräch in der uns umgebenden kleinen Gruppe von 5 Frauen drehte sich um Spinnenangst.

Wir hatten alle unterschiedliche "Paniklevel" in der Runde, doch es einte uns der Satz "Spinnen brauchen wir nicht in unserer Nähe.".

Irgendwann schaltete sich Anya ein: Habt ihr heute nach dem Mittag 2 Stunden Zeit und wollt ihr euch eurer Angst stellen? Ich kann euch helfen diese Angst stückweise loszulassen.".

Irritierte Blicke in der Runde, fragende Gesichter, Unsicherheit.

Wollte ich das? Mein Blick traf den von Miri, auch sie wollte sich ihrer Angst stellen.

"Machen wir das? Na los, wir versuchen es. Bist du dabei?" Es folgte ein "High Five" von Miri und mir und damit das Versprechen sich noch am selben Tag um 12 Uhr an einem Tisch im Wald zu treffen. Auch Kerstin trat der Runde bei und so saßen wir wie verabredet wenige Stunden später zu viert gemeinsam mit Anya an einem weißen Gartentisch, abseits der Gruppe, nahe der am Vortrag gebauten Feuerstelle im Waldstück von Heideruh zusammen.

Ich erinnere mich noch daran, wie Anya uns Schritt für Schritt geholfen hat unsere eigene Komfortzone zu erweitern. Es fing an mit einem offenen Glas in der Mitte des Tisches, in dem eine Spinne saß.

"Sie bleibt am Boden sitzen und läuft nicht raus". War der nicht wirklich beruhigende Satz, den ich hörte. Es war kein Deckel auf dem Glas verdammt und ich saß an der kurzen Kante, also nochmal näher an dem Tier!

Nun gut. Ich ließ mich auf die Theorie ein, die Anya und vermittelte.

Denn laut ihr können wir nicht dauerhaft im Panikmodus sein. Irgendwann entspannen wir uns in der Situation, wenn sich nichts ändert. Und so war es.

Wir alle saßen irgendwann nahezu entspannt mit dieser Spinne am Tisch. Es war wichtig, dass wir von einer Skala von 1-10 (1= Ich bin entspannt wie ein schlafendes Baby / 10 = Ich renne so schnell ich kann weg und mein Puls ist auf 180) alle gemeinsam auf einem Wert von 6 oder niedriger gelangten. Denn das ist leicht erhöhte Alarmbereitschaft. Dann sind wir Menschen aufmerksam, doch nicht mehr in Angst. Wenn alle diesen Wert erreichten, steigerte Anya die Anspannung.

Von "Spinne im Glas" zu "Spinne frei laufend auf dem Tisch" zu "Spinne auf ihrer Hand" zu "Spinne auf meiner Hand". Jedes Mal mit der Ruhephase für uns.

Denn wir wollten gemeinsam unsere Komfortzonen erweitern und erkennen, dass uns nichts passiert. Dieses Video ist das Ergebnis von nervenaufreibenden 2 Stunden mit Anya im Wald:


Am Folgetag durfte ich Vorbild für ein Mädchen sein.

Wir Menschen lernen von den Reaktionen unserer Umwelt, gerade wenn wir klein sind. Wenn also unsere Eltern, Bezugspersonen oder enge soziale Kontakte Angst vor etwas haben, übernehmen Kinder diese Furcht ungefiltert.

Das kann durch andere Erfahrungen geändert werden. Die Mutter des Mädchens hatte in diesem Fall Angst vor Spinnen und ich die Aufgabe mein Gelerntes vom Vortag zu vertiefen, mich Situationen zu stellen, in denen ich meiner Angst begegne, um für mich neue Wege zu beschreiten.

Warum also nicht beides miteinander verbinden?

Während ich schon einen entspannteren Gesichtsausdruck auf dem zweiten Video habe, hatte ich den Wunsch meine Erfahrung an das Mädchen weiterzugeben. Wir schauten uns die Spinne genauer an, bewunderten, wie sie ihre 8 Beine koordiniert und sich über Kopf an meiner Hand festhalten konnte. Auch mir tat es gut das Tier mit einer Art von Neugier zu betrachten.

Denn wo Neugier herrscht, gibt es keine Angst.


In diesem 2 Tagen habe ich mich meiner Spinnenangst gestellt. Eine kurze Therapie-Einheit, die mir seitdem viel Lebensqualität schenkte. Ich habe die Mechanismen hinter der Körperreaktion im Überlebensmodus mental verstanden und körperlich nachempfinden können. Wenn dich eine Angst blockiert und in deiner Bewegung einschränkt, darfst du im ersten Schritt hinterfragen, ob sie nützlich für dich ist. Angst im 50. Stock eines Hochhauses zu haben, während du ungesichert auf dem Fenstersims balancierst, ist durchaus nützlich und berechtigt.

Angst vor einem Foto einer Spinne wie in meinem Fall war für mich nicht nützlich, sondern hinderlich. Mittlerweile habe ich mehr inneren Frieden gefunden, meine Angstreaktion nach einem kurzen Schreck schneller im Griff und kann mir eine Spinne auch mit Neugier ansehen.

Schau deine Angst an.

Wie fühlt sie sich an? Was sagst du dir in der Situation? Und sind diese Gedanken wahr? Je mehr du dich und deine Angst beobachtest, desto schwächer wird sie und du gewinnst mehr Klarheit und Handlungsfähigkeit zurück.

Probier dich aus und befreie dich aus den Fängen deiner unnützen Ängste.

Start Your Inner Rising!

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Über meine Komfortzone, Angst und Muay Thai hin zu mehr Freiheit https://www.yourinnerrising.com/blog/von-meiner-komfortzone-ueber-die-angst-hin-zu-mehr-freiheit/ https://www.yourinnerrising.com/blog/von-meiner-komfortzone-ueber-die-angst-hin-zu-mehr-freiheit/#comments Wed, 28 Oct 2020 05:00:00 +0000 Kampfkunst Erfahrungsbericht Komfortzone Muay Thai Angst Erfolg Tipps Thaiboxen Kampfsport Komfortzone erweitern Komfortzone verlassen https://www.yourinnerrising.com/blog/von-meiner-komfortzone-ueber-die-angst-hin-zu-mehr-freiheit/ Weiterlesen

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Wir alle haben (in unterschiedlicher Ausprägung) Angst vor dem Unbekannten. Unbekanntes und Neues bedeutet für unser Gehirn in erster Linie evolutionär bedingt Gefahr. Das ist der Grund, warum wir Menschen unsere Komfortzone so ungern verlassen. Innerhalb unserer Komfortzone kennen wir uns aus, außerhalb begegnen uns Unsicherheit, Angst und Ungewissheit. In unserer Komfortzone wissen wir, was wir machen können, ohne Schaden zu nehmen, laufen dieselben Wege im Alltag oder Fahren dieselben Straßen entlang zur Arbeit, zur Uni oder zu Familie und Freunden. Die meiste Zeit sind wir im Automatik-Modus unterwegs, denn unsere Routinen sind uns in Fleisch und Blut übergegangen. Beim Fahrradfahren oder Autofahren denken wir zum Beispiel nicht mehr aktiv darüber nach, was wir machen, wenn wir Beschleunigen, Abbiegen oder Parken bzw. Absteigen. Mit steigender Fahrpraxis übernimmt die Routine und Prozesse laufen automatisch ab. In den ersten Fahrstunden in der Fahrschule war das noch anders. Dort habe ich z.B. jeden Handgriff, jedes Betätigen eines Schalters oder Pedals bewusst ausgeführt. Mittlerweile läuft das vergleichsweise im Autopilot. Die Routinen sind in mein Unterbewusstsein übernommen worden.

Komfortzone, Risiko-/Lernzone und Panikzone

Wenn ich von Komfortzone und dem Verlassen derselbigen spreche, orientiere ich mich an einem einfachen Modell. Es besteht aus drei Bereichen: der Komfortzone aus kleinstem Raum, der von der Risiko- oder Lernzone umgeben wird, und dem dritten Bereich, der Panikzone. In jeder Zone sind wir mit unterschiedlichen Gefühlen unterwegs.

Komfortzone

Unsere Komfortzone verbinden wir mit Sicherheit, Gewohnheit, es kostet keine Anstrengung in ihr etwas zu tun, denn wir sind es gewohnt. Sie bedeutet auch Erholung für uns, ein sicherer Hafen, in dem wir zur Ruhe kommen dürfen und können. Wollen wir uns weiterentwickeln, lohnt sich ein Schritt heraus in die Lernzone (oder auch Risikozone). Menschen lernen nur außerhalb ihrer Komfortzone und wachsen, wenn sie sich herausfordern. Den zweiten Bereich, die Lernzone, betreten wir, sobald wir etwas Neues ausprobieren oder erlernen wollen und unsere Angst überwinden. Es bedeutet Anstrengung und Herausforderung für uns, wir wissen noch nicht, wie es funktioniert. Gehen wir zu weit, wenn wir uns selbst herausfordern, merken wir das sofort. In der Panikzone angekommen spüren wir Überforderung, Hilflosigkeit und eine gewisse Art der Ohnmacht. Hier schaltet unser eigener Überlebensmodus ein und wir fühlen uns mehr als leicht gestresst, können nicht mehr frei denken, sondern wollen der ungewohnten Situation nur noch entfliehen, sie bekämpfen oder erstarren, um die Gefahr zu überstehen. Da das alles sehr theoretisch ist, möchte ich euch Beispiele aus meinem eigenen Leben zeigen, in denen ich meine Komfortzone verlassen habe, um sie letztlich zu erweitern. Denn jedes Mal, wenn wir Neues lernen und uns wohl damit fühlen, wird dies Neue zu Gewohntem und damit Teil unserer neuen, größeren Komfortzone.

Mit Muay Thai meine Komfortzone verlassen

So behütend die eigene Komfortzone sein kann, so einengend kann sie zeitgleich sein. Wir beschränken unseren Bewegungsradius, ohne es zu merken, wenn wir diese gemütliche Zone nicht auch hin und wieder verlassen. Ich selbst bin neugierig auf Neues, ich liebe es mich selbst herauszufordern und bin bereit mich in gewissem Maße meinen Ängsten zu stellen. 2010 habe ich das erste Mal ein Thaibox-Gym von innen gesehen. Ich war fasziniert von der Atmosphäre, der gemischten Menschengruppe, die eine gemeinsame Leidenschaft hatte. Damals war das für mich der erste Schritt raus aus meiner Komfortzone. Ich ging, um mir diesem Schritt zu erleichtern, gemeinsam mit meinem damaligen Mitbewohner und gutem Freund zum Training. Er gab mir die Sicherheit mich der neuen Situation zu stellen. Immerhin wusste ich nicht, was mich erwartete. Ich fühlte mich unsicher, wusste nur grob, wie so ein Training ablief und versuchte mich bestmöglich an den anderen Trainierenden und den Ansagen des Trainers zu orientieren. Als Anfängerin wurden mir in der ersten Trainingseinheit der richtige Stand, das Ausführen von Boxschlägen und der Einsatz des Knies beigebracht. Ich stand mit zwei anderen, männlichen Anfängern in einer Reihe. Ich war eine von zwei Frauen im gesamten Raum. Wir übten die Techniken für uns, vor einem Spiegel, ohne Equipment, um ein Gefühl für unseren Körper zu bekommen. Eine wichtige Übung darin sich aufs Wesentliche, auf die Basis zu konzentrieren und nicht bereits fliegende Ellenbogen zu trainieren, wenn wir nicht mal wissen, wie wir unsere Körper mühelos bewegen können. Während wir Anfänger:innen allein unsere Kombinationen übten, holten sich die Fortgeschrittenen Pratzen und Equipment. Ich hatte ein Leuchten in den Augen und erinnere mich noch heute an Annika, eine Kämpferin aus dem Gym, die gute 2 Köpfe kleiner war als ich und den Laden rockte. Ich war schwer begeistert von ihrem Kampfgeist, ihrer Technik, Ausdauer und ihrem Fokus. Ihr machte keiner so schnell etwas vor, das strahlte sie aus. Nach einigen Runden an der Pratze durfte ich sie und die anderen auch noch bei leichtem Sparring beobachten. Ich war geflasht und wusste nach der ersten Trainingseinheit, dass ich meine Kampfkunst gefunden hatte. Ich wollte die Kunst des Muay Thai erlernen

Lese-Empfehlung: Lies in Ginas Artikel wie sie zum Muay Thai gekommen ist und was ihre Erfahrungen auf ihrer Reise zu sich selbst waren.

Erweitern der Komfortzone durch kleine und große Erfolge

Das erste Training war damals eine Herausforderung für mich. Ich betrat einen mir unbekannten Ort, kannte den Trainer nicht und wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Alles war neu. Den einzigen Sport, den ich damals machte, war hin und wieder in einem Fitnessstudio an Geräten zu trainieren. Meine Erfahrungen aus den Jahren davor lagen eher in Ballsportarten wie Fußball, Volleyball oder Tennis. Meinen Körper allein gezielt einzusetzen, war mir fremd. Andere Menschen zu schlagen oder zu treten war ungewohnt für mich, wenn nicht sogar anfangs beängstigend. Im Laufe meines Trainings lernte ich den Ablauf einer typischen Trainingseinheit kennen: Aufwärmen meist mit Seilspringen, Dehnen, Schattenboxen, Bandagieren, ein paar Runden an der Pratze und/oder Sparring, Abschlusstraining mit Körpergewichtsübungen, Abwärmen. Ich lernte wie es sich anfühlt auf den Kopf meines Trainingspartners zu zielen (und zu treffen) und lernte wie es sich anfühlt selbst am Kopf getroffen zu werden. Die ersten verhältnismäßig leichten Schläge vor allem an meinen Kopf führten bei mir zu Irritation, Unsicherheit und Orientierungslosigkeit. Doch damit lernte ich umzugehen bis ich letztlich selbst im Ring stand und mich meiner Angst im Mittelpunkt zu stehen stellte. Mit jedem Training, jeder neuen Herausforderung und dem Erfahren von "Ich kann das" habe ich meine Komfortzone erweitert. Alles begann mit dem Schritt das Muay Thai Gym zu betreten, ging weiter mit dem ersten Mal "Pratze halten" für meine Trainingspartner:innen, dann weiter mit meinem ersten Sparring und mit dem Erfolg meines ersten Kampfes. Vergleiche ich meine Komfortzone von damals mit der von heute ist meine Bewegungsfreiheit unglaublich gewachsen. Ich fühle mich in viel mehr Situationen wohler als damals. Wäre ich damals in den ersten Trainingseinheiten direkt mit Sparring konfrontiert worden, wäre ich direkt in meiner Panikzone gelandet. Ich hatte keine Erfahrung, keine Werkzeuge, keine Handlungsfähigkeit und wäre einfach nur überfordert gewesen. Heute ist mir diese Situation nicht mehr fremd. Ich habe mich langsam herangewagt und bin gewachsen.

Veraenderung ausserhalb Komfortzone

Tipp zum Verlassen deiner Komfortzone

Wenn du etwas Neues ausprobierst, überfordere dich nicht und gib dir Zeit. Nur wenn du in der Lernzone bleibst, lernst du auch, erweiterst deine Komfortzone und erschließt dir mehr Bewegungsfreiheit in deinem Leben. Zu große Schritte auf einmal, führen zu Überforderung, Starre und einem Gefühl von Versagen. Verbinde das Gefühl von Freude und Spaß mit neuen Herausforderungen und feiere jeden Erfolg. Das ist die beste Art zu lernen und mitunter einer der Gründe, warum ich spielerisches, leichtes Sparring über hartes Sparring stelle.

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Keine Sorge, ich gehe nicht umfassend auf die "bösen Finanzen" ein. Allein das Wort Finanzen oder Investieren und der Gedanke daran löst bei vielen negative Gefühle aus. So war es auch bei mir. Mich mit meinen Finanzen auseinanderzusetzen, war für mich Anfang des Jahres 2020 ein wichtiger Meilenstein in meiner eigenen Entwicklung und in der Startphase für mein eigenes Unternehmen. Es hat viel gelöst, was ich davor als "großes, dunkles Wesen" wahrgenommen habe und lieber ignorieren wollte. Aus dem Mentoring-Programm von Madame Moneypenny habe ich nicht nur etwas über meine Finanzen gelernt, sondern auch über mich selbst, meine Glaubenssätze, mein Leben, meine Art mit Problemen umzugehen und unter anderen auch, warum es so wichtig ist in mich selbst zu investieren. Seitdem investiere ich noch bewusster in meine eigene Entwicklung.

Was bedeutet investieren?

Der Duden sagt dazu:

eine Investition bedeutet eine langfristige Anlage von Kapital in Sachwerten.

Das ist schon mal ein Anfang, doch für mich noch wenig. Schauen wir nach einer umfassenderen Antwort. Das Galber Wirtschaftslexikon geht da schon etwas weiter: Dort ist eine Investition definiert als

eine langfristige Bindung finanzieller Mittel in materiellen oder in immateriellen Vermögensgegenständen.

Unterschieden wird in a) Realinvestition oder Sachinvestition (z.B. Maschinen, Kraftfahrzeuge), b) immaterielle Investition (z.B. Software, Patente) und c) Finanzinvestition; (z.B. Beteiligungen, Forderungen). Unter die "immateriellen Vermögenswerte" zähle ich auch das Wissen, was ich mir selbst aneigne. Das Wissen, was ich in meine Persönlichkeitsentwicklung investiere. Denn eine Investition ist mehr als eine finanzielle Ausgabe. Man spricht von einer Investition, wenn wir uns davon einen Mehrwert erwarten, der uns mehr zurückgibt als wir ausgegeben haben.

Was kann ich vom Gärtnern über Investitionen lernen?

Ich weiß nicht, ob du schon mal den Versuch gestartet hast eigene Tomaten anzubauen. Ich gehöre dazu und war mir im Vorfeld nicht im Klaren darüber, was das genau bedeutet. Ich hab mir eine Pflanze auf dem Wochenmarkt gekauft, von der mir kleine, süßliche Früchte versprochen wurden. Das war meine erste Investition auf dem Weg zu selbst angebauten Tomaten, die ich frisch von der Pflanze pflücken wollte, bevor ich sie genüsslich verspeise (meine Vision). Ich kaufte die Pflanze, von der ich mir eine leckere Ernte versprochen habe. Nun bleibt es nicht dabei. Ich habe weitere Investitionen getätigt. Ich kaufte Pflanzenerde, einen großen Topf mit Untersetzer als Wasserspeicher, Bambusstöcke als Stütze und nutzte alte Schnürsenkel als Verbindung zu den Stöcken, damit meine Pflanze nicht umkippte. Das ganze "Start-Equipment" kann ich in der Sprache der Finanzwelt als meine "Einmalinvestition" sehen. Im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung kann diese Startinvestition z.B. ein Buch sein. In beiden Fällen ist der Anfang gemacht, doch es muss weitergehen, wenn sich das Investment lohnen und keine einfache Ausgabe bleiben soll. Weitere Folgeinvestitionen in Form von stetigen Investitionen sind von Nöten. Für die Tomatenpflanze bedeutet es kontinuierliches Gießen mit Wasser und Zufuhr von Sonnenlicht, für deine persönliche Entwicklung bedeutet es investieren von Zeit in das Lesen deines Buches. Mit dem Lesen des Buches baust du Wissen auf, dass dich besser werden und Zusammenhänge erkennen lässt. Liest du z.B. in diesem Fall ein Buch übers Gärtnern - im Speziellen über den Anbau von Tomaten - , erfährst du womöglich, welche Pflanzen gute Nachbarn für Tomaten sind, weil sie Schädlinge fern halten oder Schatten spenden. D.h. dein erlerntes Wissen, kannst du direkt anwenden, um effektiver deine Tomaten zu versorgen. Durch den Einsatz von Geld und Zeit hast du am Ende im besten Fall deutlich mehr Tomaten als ohne Vorbereitung und Bildung.

Je besser du gebildet bist, desto erfolgreicher kannst du werden.

Das gilt für sämtliche Lebensbereiche. Durch dein Wissen kannst du anderen voraus sein und klügere Entscheidungen treffen. Und was ist das Beste an Wissen? Du kannst es immer wieder verwenden und weiterentwickeln. In dem Fall des Tomatenanbaus kannst du beim nächsten Mal viel genauer schauen, welche Grundausgaben du benötigst, wie du die Pflanzen am besten untereinander aufstellst, was es braucht, um die leckersten, üppigsten Tomaten zu erhalten. Großartig! Das nenne ich Investieren.

Investiere in dich selbst und erschaffe dein Traumleben

So wie du beim Tomaten anbauen durch eine Investition in ein Buch mehr aus deinen Tomaten und deiner Ernte machen kannst, so kannst du durch Investitionen in deine persönliche Entwicklung das beste aus deinem eigenen Leben machen. Im Prinzip ist uns sämtliches Wissen der Welt zugänglich. Ein Geschenk wie ich finde. Im Internet können wir als Europäer*innen frei recherchieren und uns selbst weiterbilden. Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos. Das sollte dich nicht abschrecken, sondern ermutigen zu schauen, welche Informationen dir helfen dein Traumleben zu verwirklichen. Du findet es spannend in einem Van die Welt zu bereisen? Es gibt einige Menschen, die dieses Leben bereits leben und darüber schreiben, wie sie es sich selbst ermöglicht haben. Du kannst und darfst von ihnen lernen. Unterschätze auch nicht, was du selbst durch deine Lebenserfahrung bereits gelernt hast. Dinge, die dir leicht fallen, sind möglicherweise für andere mit Hürden verbunden. Mir fällt es leichter als anderen komplexe Zusammenhänge bildlich darzustellen und verständlich zu machen. Das ist ein Grund, warum ich angefangen habe diesen Blog zu schreiben. Ich möchte Menschen wie dir helfen neue Möglichkeiten zu entdecken sich persönlich weiterzuentwickeln und Denkanstöße liefern, die eigene Sicht auf die Welt zu hinterfragen. Dazu kommt, dass ich mich durch das Anwenden von Wissen auch selbst weiterentwickeln kann. Allein durch den Austausch mit dir kann ich neue Denkweisen kennen lernen und Themengebiete, mit denen ich mich befasse, erhalten neue Verbindungen zu anderen Bereichen. Je mehr wir uns mit einem Themengebiet befassen, desto schneller bekommen wir einen Überblick über neue Informationen und können sie einordnen. Im Gehirn verbinden sich diese Informationen zu einem Netz aus Wissensinseln, die sich im Laufe der Zeit miteinander zu einem großen Ganzen verbinden. Neu erlerntes zu teilen hilft dir dabei ebenfalls. Auch wenn du (noch) keine Expertin auf einem Gebiet bist, so kannst du schon jetzt andere begeistern. Und das Beste daran ist, indem du dein Wissen weitergibst, verfestigst du es für dich selbst immer mehr.

Fazit

Wir "investieren" vermeintlich in vieles, doch oft ist es einfach nur Konsum. Wir kaufen uns ein besseres Auto, ein besseres Rad, eine größere Wohnung, teure Klamotten. Alles davon ist vergänglich und sorgt nicht dafür, dass wir am Ende reicher sind als davor. Mit reich meine ich hier nicht nur materiellen Reichtum oder mehr Geld auf dem Konto. Eher das Gegenteil ist der Fall. Solche Käufe werden nur zu Investitionen, wenn wir damit etwas machen. Kleiner Tipp: Kaufst du dir eine Immobilie und lebst selbst darin, konsumierst du letztlich. Es kommen in den meisten Fällen nur weitere Kosten auf dich zu und die Kaufsumme belastet dich negativ. Kaufst du dir eine Wohnung und vermietest sie, erhältst du einen Mehrwert in Form von Mieteinnahmen, die du mit den Kosten verrechnen kannst. Am Ende erhältst du mehr zurück als du investiert hast und erschaffst dir damit eine passive Einkommensquelle. Bei dem Stichwort Investieren denken viele auch an Aktien, ETFs, Anleihen, Sparen, Rendite, Zinsen, Börse, Risiko, Unternehmen, ... Doch wann investieren wir in uns? Immerhin sind wir es, die ein Leben lang mit uns selbst auskommen müssen. Warum gestalten wir uns selbst dann nicht so gut wie möglich? Was ist dein Traum vom Leben und welche Schritte kannst du jetzt machen, die diesen Traum real werden lassen? Wie kannst du in dein Zukunfts-Ich investieren, um da anzukommen, wo du hin willst? Ist unser Traumleben möglicherweise die maximale Rendite, auf die wir so oft hoffen?

Hinterlasse deine Pläne gern in den Kommentaren. Ich bin gespannt, wie du dir dein Leben wünschst und was deine ganz persönlichen nächsten Schritte sind und nach welchen Werten du dich ausrichtest.

Werde Investor*in für dein eigenes Leben!

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Analogien aus dem Alltag: French Press, Arbeitsverdichtung und Stressabbau https://www.yourinnerrising.com/blog/analogien-aus-dem-alltag-french-press-arbeitsverdichtung-und-stressabbau/ https://www.yourinnerrising.com/blog/analogien-aus-dem-alltag-french-press-arbeitsverdichtung-und-stressabbau/#comments Wed, 30 Sep 2020 05:00:00 +0000 Analogie des Alltags Minimalismus Mind-Body-Soul Persönlichkeitsentwicklung Stress Stressabbau https://www.yourinnerrising.com/blog/analogien-aus-dem-alltag-french-press-arbeitsverdichtung-und-stressabbau/ Weiterlesen

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Meine French Press und gesunder Stressabbau

Ich liebe Kaffee, ich trinke ihn gerne und starte mit ihm gerne meinen Tag, ich mag es nachmittags in Ruhe bei einem Becher Kaffee (am liebsten mit Hafermilch) an meinem Küchentisch zu sitzen und in die Wolken schauen. Seit meiner Studi-Zeit habe ich eine "French Press", die mir dieses Vergnügen immer wieder möglich macht. Nun hat so eine French Press auch ihre Eigenheiten. Sie hat ihre Bedürfnisse an eine "richtige Bedienung", sie mag es nicht zu vollgestopft zu werden und sie mag Druck nur auf bestimmte Weise. Im Grunde haben wir einiges gemeinsam.

Bei einem Kaffee 😉 habe ich darüber nachgedacht, dass dieses kleine Ding gar nicht so weit entfernt ist von uns Menschen. Wir mögen es auch nicht mit irgendwelchem Zeug vollgestopft zu werden ("Arbeitsverdichtung" ist mittlerweile eins meiner persönlichen Unworte). Unsere heutige Gesellschaft neigt dazu alles und mehr von wesentlich weniger Menschen machen zu lassen zu wollen. Ein Loslassen und wirkliches Optimieren (gegen das ich überhaupt nichts habe), gibt es leider kaum. Immer mehr soll in immer weniger Zeit zu gleicher Qualität und gleichen Kosten erledigt werden. Wenn die Menschen, die das entscheiden sich an die Grundregel des "Magischen Dreiecks" halten würden, wäre schnell klar, dass das so nicht funktioniert. Das magische Dreieck bildet sich aus den Eckpunkten Zeit, Kosten und Qualität und kann sich laut Theorie nur in Abhängigkeit vergrößern. Anders geschrieben: Wir können nicht gleichzeitig in alle Ecken rennen.

Mehr Druck auf gleiche Art führt zu negativen Konsequenzen

Zurück zu meiner French Press. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ich mehr Kaffee von dem kleinen Helferchen möchte, sollte ich es nicht mehr einfach nur unter größeren Druck setzen. Denn was passiert? Ich fülle einfach mehr Pulver rein, fülle noch mehr heißes Wasser nach (es soll sich ja lohnen) und lasse sie wie gewohnt kurz damit in Ruhe. Dann geht's los und ich drücke mit voller Kraft und mit gleicher Geschwindigkeit wie bisher das Sieb herunter. So hat es doch mit weniger auch immer geklappt. Also warum sollte ich etwas ändern? Das geht auch einen Moment gut. Das Pulver wird nach unten gedrückt und der Kaffee oben kommt pur zum Vorschein. Juhuuu. "Es geht doch" denke ich mir. Ich drücke weiter.. und weiter.. Und auf einmal: Spitzt des aus der Kanne! Das Sieb konnte den steigenden Druck, der sich durch die Ansammlung von immer mehr Kaffeepulver an den Ränder bildete, nicht mehr standhalten. Um Druck abzulassen, klappt das Sieb zur Seite und es spritzt es aus der Kanne. Die Sauerei ist groß. Nicht nur außerhalb der Kanne befindet sich Kaffee, auch innerhalb des bereits gesiebten Kaffees befindet sich nun Pulver, nachdem es durch den Überdruck an den Rändern vorbeigehuscht ist. Hmpf. Einfach so weitermachen wie immer, nur eben mit mehr Druck führt mich nicht zu mehr Kaffee.. Was können wir daraus lernen?

Schauen wir da kurz auf die Menschen und ihr Arbeitsumfeld. Ein Mensch hat eine gewohnte Tätigkeit, die er/sie in einer gewissen Zeit (nach unten drücken des Siebs bei der French Press) in gewisser Qualität (kein Kaffeepulver im gesiebten Kaffee) und zu bestimmten Kosten (faires Kaffeepulver, Wasser) ausüben kann. Im Laufe der Zeit muss er immer mehr und mehr dieser Tätigkeit in gleichem Rahmen abliefern. Der Stress steigt. Irgendwann wird dieser Mensch an seine/ihre inneren Kapazitätsgrenze gebracht. Und KABUMM, das Fass ist übergelaufen. Doch das beginnt auch schleichend, wie zu Beginn mit der French Press. Anfangs geht es. Doch mit der Zeit: Krankheiten schleichen sich ein (oder der zur Ruhe kommende Körper, der aus dem "Stressmodus" herauskommt, erliegt erst in Ruhephasen einer Krankheit, die lang hinaus gezögert wurde), der Urlaub wird gebraucht, um sich mal auszuschlafen.. Die eigene Gesundheit ist gefährdet. Bei Langzeitbelastungen ohne gefühlten Ausweg können sich Menschen innerlich so aufreiben, dass es zur Überlastung/Burn-Out/Depression kommt.. Ich weiß, wovon ich schreibe (Hier ein persönlicher Einblick). Dennoch: Die Folgen sind sehr individuell und auch die Anzeichen ganz unterschiedliche.

Doch was machen wir in unserer Welt mit steigenden Anforderungen und höherer Komplexität?

Ich möchte schließlich trotzdem mehr Kaffee! Vor allem, wenn ich Besuch bekomme. Da möchte ich viel Kaffee, um Freude zu teilen. Wie mache ich das mit meiner French Press? Ich nehme genauso viel Kaffee und heißes Wasser wie zuvor. Ich lasse sie auch in Ruhe und den Kaffee durchziehen. Doch bevor ich mit aller Gewalt und mehr Druck das Sieb herunter zwingen will, mache ich etwas Entscheidendes: Ich rüttel etwas an meiner French Press. Das Kaffeepulver sammelt sich nicht mehr geballt an der Oberfläche, sondern es lockert sich auf. Jetzt kann ich plötzlich viel leichter an mehr Kaffee bekommen. Bingo!

Für meine Analogie zur Arbeitswelt bedeutet es, dass wir durchaus in der Lage sind viel zu schaffen. Neue Anforderungen bedeuten ein Umdenken. Nur wenn wir von außen einfach nur mehr Druck bekommen ohne uns neusortieren zu können, kann es in mehr Chaos enden als es müsste. Die To-Dos wachsen, die Übersicht geht verloren, alles wirkt gleich wichtig. Wir gehen verloren und laufen über. Oder kapseln uns ab, bevor wir ganz in die Luft fliegen, um den inneren Druck abzulassen.

Mein Schlüssel ist gesunder Stressabbau: Ich konzentriere mich auf das Wesentliche. Ich drücke nur die wichtigen Kaffeepulverpartikel (wichtige Aufgaben) nach unten. Alles, was durch das Schütteln (Loslassen) schon allein runtergesunken ist, muss ich nicht mehr bearbeiten. Durch das Buch "Essentialismus (engl.: Essentialism)" habe ich eine für mich passende Form des Minimalismus gefunden. Minimalismus klingt etwas nach "Ich besitze nichts außer die Klamotten, die ich trage, diese Hängematte und.. meine French Press (!!)". 😉 Für mich bedeutet das viel mehr als nur "weniger zu besitzen". Ich umgebe mich im Verhältnis mit viel mehr Dingen/Menschen/Gedanken, die mir Freude bereiten und ich fühle mich weniger erdrückt von äußeren Reizen. Doch dazu an anderer Stelle gern mehr. In Bezug auf mein Arbeitspensum bedeutet es, dass ich mich auf die wichtigen Aufgaben konzentriere, diese angehe und beende. Kein hier und da irgendwie alles (am besten gleichzeitig) machen, sondern ein Streben nach einem klaren Fokus (wie der klare Kaffee in meiner French Press).

Stress fühlt sich oft für mich an wie Druck, der auf mir lastet. Die Schultern spannen sich an, der Rücken macht sich durch Schmerz bemerkbar. Ich werde steifer (die freiwerdende Energie bündelt sich in den Muskeln und macht bereit für Kampf/Flucht oder Verharren in Paralyse) und auch geistiger weniger flexibel (übrigens ein sehr interessanter Zusammenhang!) Da hilft es mir in Momenten, in denen ich unter großer Anspannung stehe, mich einfach zu schütteln und zwar ganz wortwörtlich! Das baut Stress ab, löst die Muskeln und hilft mir mich neu zu orientieren und die Dinge frisch anzupacken. Wie meine kleine French Press rüttel ich mir die Aufgaben so hin, wie ich sie verarbeiten kann und erfreue mich an dem klaren Ergebnis.

Wie helft ihr euch mehr Überblick und Klarheit in eurer Leben zu bringen? Seid ihr gut darin für euch zu sorgen und könnt ihr gut "Nein sagen"?

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Nein sagen: Entscheidest du dich für ein Leben wie Pippi oder eines wie Annika? https://www.yourinnerrising.com/blog/nein-sagen-entscheidest-du-dich-fuer-ein-leben-wie-pippi-oder-eines-wie-annika/ https://www.yourinnerrising.com/blog/nein-sagen-entscheidest-du-dich-fuer-ein-leben-wie-pippi-oder-eines-wie-annika/#comments Thu, 17 Sep 2020 08:40:00 +0000 Mind-Body-Soul Werte Entscheiden Nein sagen Persönlichkeitsentwicklung https://www.yourinnerrising.com/blog/nein-sagen-entscheidest-du-dich-fuer-ein-leben-wie-pippi-oder-eines-wie-annika/ Weiterlesen

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In meiner Kindheit habe ich die Geschichten von Pippi Langstrumpf geliebt. Dieses Mädchen war anders als ich es vorgelebt bekommen habe, anders als ich es sein durfte. Sie spielte Streiche, lachte viel, hatte Spaß im Hier und Jetzt, sie wusste was sie wollte, sie wusste, was sie kann. Und wenn sie etwas noch nicht gemacht hatte, wusste sie, dass sie es gut machen wird. Sich abgrenzen und Nein sagen schien kein Problem für Pippi zu sein. Annika, eins der Nachbarskinder, führte ein Leben im Kontrast zu dem von Pippi. Sie hatte Angst vor negativen Konsequenzen, wenn sie Regeln nicht befolgte und war das, was wir wohl als "Braves Mädchen" kennen. Sie wiederholte die Sätze, die ihr eingetrichtert wurden: "Das macht man nicht." / "Das gehört sich nicht.". Pippi hingegen hatte die Regeln, die ihr von außen auferlegt werden sollten, nicht nur hinterfragt, sondern sich in den meisten Fällen eigene, alternative Regeln ausgedacht. Die Werte, die diese Regeln wahren sollten, waren offensichtlich nicht ihre eigenen. Sie hat klar ihre eigenen Bedürfnisse nach vorn gestellt und ist noch heute ein Vorbild für Sprüche wie "Sei wie Pippi, nicht Annika!", wenn es darum geht das eigene Leben zu leben und eben auch Nein zu sagen. Doch was ist schlimm daran, wenn wir nicht lernen Nein zu sagen?

Konsequenzen des Nicht-Nein-Sagen

  • Ja zu anderen zu sagen bedeutet auch Nein zu mir selbst zu sagen.
  • Mein Umfeld bestimmt über meine Zeit.
  • Ich tue das, was andere von mir wollen.
  • Ich führe aus.
  • Ich werde gelebt und ich werde gestaltet.

Ich finde diese Liste liest sich sehr einengend, nahezu bedrückend. Andere entscheiden über mein Leben und ich lebe nur nach den Vorstellungen dieser anderen. Irgendwie ganz anders als der Traum nach Selbstbestimmtheit, Erfüllung und einem freien Leben wie ich es von Pippi Langstrumpf vorgelebt bekommen habe. Woran liegt das? Warum fällt uns Nein sagen oft schwer?

Vermeintlich "gute" Gründe, für Nicht-Nein-Sagen

  • Wir wollen es allen recht machen.
  • Wir fühlen uns verpflichtet.
  • Wir haben Angst, sonst den Arbeitsplatz zu verlieren.
  • Wir verlieren ansonsten einen Auftrag / einen Kunden.
  • Wir wollen unserer Rolle entsprechen.
  • Wir wollen uns unersetzbar machen.
  • Wir meinen, dass wir das am besten machen können.
  • Wir sichern uns dadurch unsere Position ab.
  • Wir kommen uns wichtig vor.
  • Wir wollen liebenswürdig sein.

In unserer Kindheit haben wir möglicherweise gelernt, dass es "besser" ist unsere Bedürfnisse zu verdrängen oder hinten anzustellen, als dem anderen etwas abzuschlagen. Sätze wie "Du musst immer hilfsbereit sein.", "Das kannst du nicht machen!" oder "Sei nicht so egoistisch" prägen uns als kleine Menschen. Doch: Ist Nicht-Nein-Sagen wirklich die beste Alternative? Was passiert, wenn ich meinen "Ja-mache-ich-Reflex" überarbeite? Ich lerne, dass es gut sein kann, Nein zu sagen, auch wenn es vermeintlich schwer fällt. Ich lerne, dass ich Nein sagen üben kann und dass es viel öfter einen positiven Ausgang hat als einen negativen. Was sind also die Konsequenzen vom Nein-Sagen?

Konsequenzen des Nein-Sagens

  • Nein zu sagen bedeutet Ja zu mir und meinen Bedürfnissen zu sagen.
  • Ich bestimme selbst über meine Zeit.
  • Ich tue das, was wichtig für mich ist und was ich für richtig halte.
  • Ich lebe und gestalte mein Leben aktiv.
  • Ich lebe leichter, im Einklang mit mir und meinen Werten.
  • Ich übernehme Verantwortung für mein Leben.
  • Ich entscheide selbst und ermächtige mich.

Im Grunde wissen wir, dass es gut ist sich auch um sich selbst zu kümmern. Doch Glaubenssätze wie "Sei nicht egoistisch" können uns hier sehr im Weg stehen und uns im schlimmsten Fall zu völliger Selbstaufgabe bewegen. Oder "Nur wenn ich das jetzt mache, wird es auch richtig gemacht. Ich muss es ansonsten ja eh nochmal machen". Zwei meiner "liebsten", inneren Monologe der vergangenen Jahre. Mit dem einen sage ich mir im Grunde, dass ich selbst weniger wichtig bin als alle anderen, der zweite Monolog scheint den ersten zu kompensieren, denn nur ich kann das Problem/die Aufgabe ja richtig lösen. Kein besonders schönes Spiel, das ich da mit mir gespielt habe. Ich bin froh, dass ich mich davon schrittweise lossage. Dieses innere "Was denken denn nur die anderen?" kann einen in den Wahnsinn treiben. Und was passiert? Meist nichts. Viele Stunden "Grübelarbeit" geht ins Land, doch mehr als eigene Energie ist dabei nicht verbraucht worden. Warum nicht mal etwas anderes probieren? Ich habe hier ein paar Alternativen, mit denen du Nein sagen kannst, ohne gleich komplett Nein zu sagen. ;)

Nein-Sagen mit Methode

  1. Wir können unser Nein begründen: "Nein, das ist mir nicht möglich, weil..."
  2. Wir erläutern die Vorteile des Neins: "Wenn ich heute nicht mit dir ins Kino gehe und stattdessen die Steuererklärung fertig mache, haben wir morgen einen gemeinsamen, freien Sonntag."
  3. Wir kündigen das nächste Nein an und machen es uns für die Zukunft leichter durch gesetzte Grenzen: "Heute helfe ich dir noch einmal dabei, das nächste Mal musst du dir jemand anderen suchen."
  4. Wir können eine Alternative anbieten: "Ich habe heute meinen Tag bereits mit anderen Terminen verplant. Ich kann mir Donnerstag oder Freitag für dich Zeit nehmen. Wann passt es dir?"
  5. Nein, es sei denn....: "Ich kann heute Abend nicht länger arbeiten, weil ich noch Erledigungen machen muss, sei sei denn ich kann im Austausch morgen früher gehen."
  6. Warum gerade ich?: "Gibt es nicht jemand anderen, den du fragen kannst?" / "Für diese Sache ist XYZ besser geeignet. Frag lieber sie/ihn."
  7. Experimentieren und nach Konsequenzen fragen: "Wäre es schlimm für dich, wenn ich Nein sage?" / "Was passiert, wenn ich Nein sage?"
  8. Eine Nachdenkpause erbitten, um nicht aus Reflex Ja zu sagen: "Kann ich dir morgen eine Antwort geben? Ich möchte darüber in Ruhe nachdenken."

Fazit

Nein sagen ist nicht einfach, weil uns oft die Übung fehlt. Die vermeintlichen Gründe, warum wir es nicht einmal versuchen, habe ich oben aufgezählt. Nein sagen können wir nicht immer sofort zu 100% umsetzen. Wie andere Gewohnheiten braucht auch hier die Veränderung Zeit. Jeder Schritt ist einer in deiner eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Es geht dabei um das Setzen von Grenzen. Aktuell weißt du ja noch nicht, wie dein Umfeld wirklich reagiert, wenn du anfängst öfter Ja zu dir selbst zu sagen. Das bedeutet für unser Gehirn erstmal Unsicherheit. Das Gute ist, dass wir Nein sagen lernen können. In kleinen Schritten, die zu uns passen, in denen wir uns nicht selbst überfordern. In welchen Situationen denkst du "Nein, das möchte ich nicht." und sagst "Ja, mache ich."?

Mit welcher Methode hast du Lust aus diesem Ja für die anderen ein Nein für die anderen und damit ein Ja für dich zu machen?

Am besten, ihr geht jetzt nach Hause - damit ihr morgen wiederkommen könnt. Denn wenn ihr nicht nach Hause geht, könnt ihr ja nicht wiederkommen. Und das wäre schade. (Pippi Langstrumpf)

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Kenne deine Werte: Was bist du dir selbst wert? https://www.yourinnerrising.com/blog/was-bist-du-dir-selbst-wert-kenne-deine-werte/ https://www.yourinnerrising.com/blog/was-bist-du-dir-selbst-wert-kenne-deine-werte/#comments Mon, 07 Sep 2020 17:38:00 +0000 Mind-Body-Soul Werte Persönlichkeitsentwicklung Wertekarten https://www.yourinnerrising.com/blog/was-bist-du-dir-selbst-wert-kenne-deine-werte/ Weiterlesen

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Erst wenn ich etwas habe, kann ich etwas machen, um jemand zu sein.

Ich sehe viele Menschen, die nach diesem Schema und nicht nach ihren eigenen Werten leben. "Erstmal brauche ich Geld, damit ich meine Weltreise machen kann und endlich in Freiheit leben zu können." Das ist eine Sicht auf den Mangel in deinem Leben. Wir sehen auf diese Weise erstmal, was wir alles nicht haben. Menschen, die so denken, konzentrieren sich darauf, was sie gerade nicht haben und deswegen nicht tun können. "Ich mache eine Weltreise, wenn ich ... habe.". Wir knüpfen damit unser Denken an etwas, das wir nicht haben, ohne uns eine Richtung zu geben, wie wir dahin kommen können. Das ist doch Mist. Was wäre, wenn wir diese gedankliche Reihenfolge umdrehen? Aus "Haben - Machen - Sein" wird plötzlich "Sein - Machen - Haben". Drei kleine Worte, die nun einfach in einer umgekehrten Reihenfolge dastehen. Das allein kann uns helfen anders zu denken. Das "Sein" nach vorn zu stellen hat folgenden Vorteil: Du fängst an zu überlegen, wie du sein willst. Und wenn du weißt, wohin du willst, kannst du jetzt planen, was du MACHEN kannst, um zu erreichen, was du am Ende HABEN wirst.

Unterschätze deine graue Hirnmasse nicht

Unser Unterbewusstsein ist mächtiger als wir vermuten. Wenn wir uns selbst offene Fragen stellen, möchte unser Unterbewusstsein eine Antwort darauf finden, denn es hasst Unsicherheit und nicht zu wissen, woran es ist. Sagen wir uns "Ich habe kein Geld." passiert sehr wahrscheinlich nichts. Das ist eine Aussage, eine Feststellung, die nicht weiter hinterfragt wird. Doch wenn wir uns selbst sagen: "Was kann ich tun, um mehr Geld zu haben?" fangen wir an zu überlegen. Eine weitere Möglichkeit ist zu fragen WIE wir an unser Ziel kommen können. Je öfter wir uns diese Frage stellen, desto eher kommen wir auf verschiedene Lösungen. Anfangs ist es vielleicht noch "Keine Ahnung", doch irgendwann tun sich Wege auf. Über Nacht arbeitet unser Unterbewusstsein weiter an der offenen Frage und es kommen die ersten Lösungen: Ich frage nach einer Gehaltserhöhung. Ich verkaufe meine alten Dinge aus dem Keller. Ich lege mir jeden Monat einen festen Betrag beiseite, bevor ich alles ausgebe. Jeden 5€-Schein, den ich bekomme, spare ich. Und so weiter und so weiter.

Ändere die Art wie du mit dir sprichst

Gerade heute sagte jemand zu mir: "Ohja, ich habe auch das Buch "Die 4 Stunden Woche*" gelesen. Mal sehen, ob ich mit knapp 40 Jahren in Rente gehe." Das ist eine sehr limitierende Aussage. Es ist allein das "ob", was uns Probleme bereitet. "Ob" lässt sowohl die negative (ich gehe nicht mit 40 in Rente) als auch positive (ich schaffe es) Option zu. Das wollen wir nicht. Ich habe ihr den Tipp gegeben das "ob" zu ersetzen. Wir wollen uns schließlich ganz auf unser Ziel konzentrieren und nicht zwischen geht/geht nicht abwägen. Also war mein Tipp für sie: Ersetze das "ob" durch "wie": Wie kann ich es schaffen mit 40 in Rente zu gehen? Das ist eine offene Frage und schickt dein Unterbewusstsein auf Suche nach Lösungen. Das wollen wir! Lösungen! Auch wenn es anfangs noch Spinnereien sein mögen, lass dich drauf ein. Wer weiß, wohin du dich in ein paar Monaten oder gar Wochen entwickelt hast. Es ist möglich, dass die Anfangsspinnerei dann doch eine gute Lösung ist.

Die Spinnerei von heute kann morgen deine Normalität sein

Es liegt viel mehr in deinem Machtbereich als du dir gerade vorstellen kannst. Vor ein paar Jahren habe ich mir nicht vorstellen können meine Vollzeit-Stelle als Ingenieurin zu verlassen. Allein die Vorstellung als "Teilzeit-Ingenieurin" zu leben, passte nicht in mein damaliges Weltbild. Mit dieser Vorstellung habe ich mich direkt weniger wert gefühlt. Ich kämpfte da mit einigen Glaubenssätzen. Doch das ist ein anderes Thema. Ich hatte damals den Traum freier zu arbeiten. Frei hieß im ersten Schritt ortsunabhängig arbeiten. Ich wollte mir meinen Laptop schnappen und von da arbeiten, wo ich gerade bin, ohne immer ins Büro fahren zu müssen. Ich fühlte mich wie gefesselt an diesen einen Ort "Büro". Und diese Fesseln wollte ich ablegen. Ortsunabhängig zu arbeiten war damals in meinem Job nahezu undenkbar. Kaum jemand konnte verstehen, warum ich von woanders als dem Büro aus arbeiten wollte. Meine Kollegen schauten mich nur mit fragenden Blicken an und meinem Chef war das ganze nicht ganz geheuer. Doch mein Traum und mein Ziel waren gesetzt. Das ist nun einige Zeit her. Wie sieht meine Realität mittlerweile aus? In der Zwischenzeit habe ich meinen Job gewechselt, ich arbeite noch immer als Ingenieurin, doch Homeoffice und mobiles Arbeiten sind nicht nur Dank der Pandemie zur Normalität geworden. Der erste Schritt zu mehr Freiheit war getan. Doch nicht genug. Ich arbeite auch als Ingenieurin in Teilzeit. Und das ohne "üblichen oder gar normalen Grund". Ich bin keine Mutter, ich pflege keine Angehörigen oder habe auch sonst nichts vorzuweisen, was gesellschaftlich als Grund vorzuzeigen wäre für meine Arbeitszeitreduzierung. Ich habe mich einfach nur für mich und meinen eigenen Lebensstil entschieden. In einer Welt, in der das (noch?) nicht zur Normalität zählt, war und ist es schwierig für mich, ja. Doch ich weiß wofür ich das mache, ich will mit Menschen wie dir meine Geschichte teilen und Anregungen liefern das Leben in die eigenen Hände zu nehmen.

Leben dein Leben nach deinen Werten

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es wichtig ist sich klar zu werden, was man selbst wirklich möchte. In den letzten Jahren habe ich viel in mich und meine Entwicklung investiert (Stand 08/2020: rund 10.000€). Wir "investieren" vermeintlich in vieles, doch oft ist es einfach nur ein Konsumverhalten (besseres Auto, besseres Rad, größere Wohnung, teure Klamotten). Alles davon ist vergänglich oder wird vorher schon durch etwas besseres setzt. Doch wann investieren wir in uns selbst? Immerhin sind wir es, die ein Leben lang mit uns selbst auskommen müssen. Warum gestalten wir uns dann nicht so gut wie möglich? Eine mögliche Antwort ist, dass wir es nicht anders gelernt haben. Uns wird vorgelebt, dass wir einen bestimmten Weg gehen "müssen". Dieser Weg basiert oft auf bestimmten Werten: Sicherheit, Reichtum, Anerkennung, Status, Familie... Je nach Familienhintergrund sind die Werte, die uns vermittelt werden unterschiedlich. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Wichtiger ist die Frage: Sind die Werte, nach denen du dein Leben lebst, auch deine eigenen? Eine für mich sehr kraftvolle und im wahrsten Sinne wegweisende Übung war die Auseinandersetzung mit meinen eigenen Werten. Meine bereits erwähnten Kämpfe mit einem Glaubenssatz als "Teilzeit-Ingenieurin" weniger wert zu sein basierten auf Werten, die in meiner Familie wichtig waren. Das war unter anderem Sicherheit. Und als fest angestellte Ingenieurin, habe ich doch ausgesorgt. Das ist doch gut so. In ihren Augen. Menschen, die uns nahe sind, wollen in den meisten Fällen nur das Beste für uns. "Das Beste" kann dabei auch an ihren eigenen Werten gemessen sein. Nicht jede/jeder schaut, was für dich in deiner Welt das Beste ist. Es ist einfacher in der eigenen Welt, mit den eigenen Erfahrungen und Wertvorstellungen das Beste zu ermitteln. Das sind wir gewohnt, da kennen wir uns aus. Wenn die Werte von den Menschen, die dich prägen, mit deinen Werten übereinstimmen, läuft alles wie von selbst. Doch oft ist das nicht der Fall. Hast du dich schon mal gefragt, welche Werte für dich wichtig sind?

Durch die Bestimmung meiner TOP-Werte habe ich gelernt zu erkennen, was ich wirklich möchte und warum ich in manchen Situationen Spannungen verspüre. Für die Übung habe ich damals 35 Wertekarten bekommen, die ich vor mir ausgebreitet habe. Für dich habe ich noch Ergänzungen gemacht und freie Karten hinzugefügt, die du selbst beschriften kannst. Relativ schnell sortierte ich nun damals aus den 35 Karten einige der Werte aus. Sie waren mir nicht wichtig, teilweise lehnte ich sie ab. Je näher ich an meine persönliche TOP10 kam, desto schwieriger wurde es. Ich stellte mir plötzlich Fragen wie "Sortiere ich jetzt FREUNDE aus?" oder "Ist mir WAHRHAFTIGKEIT wichtiger als FAMILIE?". Gelernt habe ich, dass es hier keinesfalls ums Aussortieren geht, sondern um Prioritäten. Ich stellte auf, was mir in meinem Leben wichtiger ist als anders. Und nur weil es ein Wert nicht in die TOP10 schafft, bedeutet es nicht, dass er mir nicht wichtig ist oder ich nicht auch danach lebe, es bedeutet nur, dass mir andere Werte wichtiger sind. Meine Suche ging weiter. Und irgendwann stand ich vor der Aufgabe die gerade erarbeitete TOP10 auf meine persönlichen TOP5 reduzieren. Hui. Das war nochmal eine Schippe oben drauf. Doch als ich meine TOP5 und damit die wichtigsten meiner Werte bestimmt und sie in der Reihenfolge sortierte, wusste ich, worauf es mir im Leben wirklich ankommt. Ich konnte mir ab dem Zeitpunkt die Frage stellen, was in meinem Leben bereits meinen Werten entspricht und was ich ändern kann, um mehr nach meinen Werten zu leben.

Fazit

Das Wissen um meine persönlichen Werte hilft mir mich wie ein Kompass zu leiten. Ich kann mich danach ausrichten und hinterfragen, ob ich auf dem richtigen Kurs bin. Dieser Kompass hilft mir dabei zu navigieren auf dem Weg zu mir selbst und meinem Leben. Und so half er mir auch aus HABEN-MACHEN-SEIN die Richtung zu ändern zu SEIN-MACHEN-HABEN. Heute bin ich freier als vor Jahren, mache mehr von dem, was ich wirklich will, und bin mehr denn je dankbar für das, was ich bereits in meinem Leben habe.

Probiere es selbst, lerne dich besser kennen und bestimme deine TOP-Werte:

  1. Hol dir meine Vorlage für die Werte-Karten
  2. Drucke sie aus und schneide die einzelnen Karten aus
  3. Lege alle Karten offen vor dich hin und sortiere diejenigen aus, die nicht zu dir passen
  4. Sortiere solange aus bis du deine TOP 10 vor die liegen hast
  5. Lasse deine TOP 10 auf dich wirken
  6. Sortiere nun weiter aus bis nur noch 5 Werte vor dir liegen
  7. Bringe deine TOP 5 in Reihenfolge. Welcher Werte ist wichtiger als der andere?
  8. Gratulation! Du hast deine TOP 5 Werte bestimmt. 

Jetzt kannst du mit deinen Werten arbeiten und daraufhin dein eigenes Leben ansehen. Stell dir Fragen, wie: Wo lebe ich diese Werte bereits? Wie kann ich sie mehr in mein Leben integrieren?

Wer von euch hat die Übung schon gemacht und mag davon berichten?

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Kampfkunst und Persönlichkeitsentwicklung - Zusammenhänge erkennen und davon profitieren https://www.yourinnerrising.com/blog/kampfkunst-und-persoenlichkeitsentwicklung/ https://www.yourinnerrising.com/blog/kampfkunst-und-persoenlichkeitsentwicklung/#comments Mon, 07 Sep 2020 17:00:00 +0000 Kampfkunst Persönlichkeitsentwicklung Komfortzone Komfortzone verlassen Kampfsport Thaiboxen Muay Thai https://www.yourinnerrising.com/blog/kampfkunst-und-persoenlichkeitsentwicklung/ Weiterlesen

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Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Erlernen einer Kampfsportart die individuelle Entwicklung der Persönlichkeit maßgeblich unterstützten kann. Dies funktioniert in verschiedenen Bereichen. Wenn du Sport treibst, begibst du dich aus deiner Komfortzone. Dies kostet zunächst Überwindung. Im Endeffekt profitierst du aber nicht nur von der Kampfkunst, sondern auch von den Erfahrungen, die du in Bezug auf deine Persönlichkeitsentwicklung sammelst.

Herausforderungen annehmen und den inneren Schweinehund besiegen

Jede Sportart ist eine Herausforderung. Dies gilt für das tägliche Joggen oder die Runde mit dem Fahrrad ebenso wie für das Erlernen einer Kampfsportart. Wenn du dich sportlich betätigst, verlässt du deine Komfortzone. Dieser Begriff ist dir sicher schon häufiger begegnet. Er umschreibt die Momente, in denen du Dinge tust, die dich nicht fordern. Du hast es dir auf der Couch gemütlich gemacht und schaust deine Lieblingsserie. Du sitzt in deinem Ohrensessel und liest ein Buch. Oder du liegst im Park in der Sonne und lässt die Seele baumeln. Du liebst es, dich im Restaurant verwöhnen zu lassen und magst Momente, in denen du gar nichts tust. Diese Vorlieben hast du mit vielen Menschen gemein. Solche Gewohnheiten gehören zur Komfortzone. Wenn draußen die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheint und die Temperatur an der Marke von 30 Grad Celsius kratzt, lockt der Badesee eher als der Termin mit dem Kampfsporttrainer. In dem Moment, in dem du dich für den Kampfsport entscheidest, formst du deine Persönlichkeit. Du verlässt den gemütlichen Bereich und verzichtest auf den Moment, dir am See die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Du übernimmst das Steuer und entscheidest. Du hast deinen inneren Schweinehund, dem Bequemlichkeit lieber ist als körperliche Bewegung, besiegt.

Strebe das Verlassen der Komfortzone häufiger an

Je häufiger du deine Komfortzone verlässt, desto stärker kann sich deine Persönlichkeit entfalten. Die Eindrücke, die dich bei der sportlichen Betätigung umgeben, sind komplexer, als auf deiner Couch eine Serie zu schauen und dich berieseln zu lassen. Für Kampfsportarten wie Muay Thai gilt dies in besonderem Maße. Neben der körperlichen Bewegung und den festen Trainingszeiten lernst du gezielt, wie du dich gegen Angriffe von außen wehren kannst. Beim Kampfsport geht es vermeintlich nur um körperliche Angriffe. Du kannst dieses positive Gefühl aber auch auf andere Bereiche deines Lebens anwenden und so beispielsweise komplexe Beziehungen verarbeiten.

Wirkung von Kampfsportarten auf die Persönlichkeitsentwicklung

Die Wirkung von Kampfsportarten auf die Entwicklung der individuellen Persönlichkeit eines Menschen ist bislang noch nicht weitreichend erforscht. Es gibt jedoch ein Werk eines Mediziners der Uniklinik Düsseldorf und eines Dozenten der Sporthochschule Köln, die Ergebnisse der Forschung in einem gemeinsamen Werk veröffentlicht haben. In dem Werk wird beschrieben, dass bei Kampfsportarten wie dem Thaiboxen bestimmte Abläufe trainiert werden. Der Körper lernt, sich gegen Angriffe von außen zu wehren. Mithilfe der Methoden der Psychologie ist es möglich, diese Abwehrreaktionen auf individuelle Beziehungsmuster zu übertragen. Wer beispielsweise als Kind von Mutter oder Vater abgelehnt wurde, hat als Erwachsener oftmals Probleme mit dem Eingehen einer Beziehung. Die Angst, wieder zurückgewiesen zu werden, ist groß. Der Kampfsport bietet Strategien, die einer Auseinandersetzung mit schwierigen Beziehungsmustern auf anderer Ebene ermöglichen.

Gegen Einflüsse von außen zur Wehr setzen

Wenn du betroffen bist, lernst du im Kampfsport, wie du dich im Falle eines Übergriffs zur Wehr setzen kannst. Dieses Wissen kannst du auf ein schwieriges Beziehungsmuster übertragen. Du lernst, dass du deinem Schicksal nicht ausgeliefert bist. Wenn du eine Kampfsportart erlernt hast und dich mit einem Angriff konfrontiert siehst, bist du dem Angreifer nicht hilflos ausgeliefert. Du kannst dich dem Angreifer entgegenstellen und damit dich und im schlimmsten Falle dein eigenes Leben retten. Warum sollte dir das nicht gelingen, wenn du dich schwierigen Beziehungsmustern gegenüber gestellt siehst? In diesem Fall musst du nicht körperlich kämpfen. Deine Psyche weiß durch den Kampfsport jedoch, dass Gegenwehr funktioniert. Transportiere dieses positive Lebensgefühl auf dein schwieriges Beziehungsmuster. Wenn dir das allein nicht gelingt, kannst du dir von einem Psychologen helfen lassen. Für die Entwicklung deiner Persönlichkeit ist es ein großer Schritt, wenn du weißt, dass du Einflüssen von außen nicht schutzlos ausgeliefert bist. Du selbst kannst etwas tun und ermächtigst dich damit selbst. Mit dieser Gewissheit gewinnst du an Selbstvertrauen. Dieses Selbstvertrauen ist für ein positives Lebensgefühl sehr wichtig. Du lernst, dass du auch dann etwas wert bist, wenn du in deinem Leben bislang wenig Liebe oder Zuneigung erfahren hast. Das Erlernen einer Kampfkunst kann wie eine Befreiung wirken. Du besinnst dich auf dich selbst und auf deine Stärken. Und diese Stärken helfen dir, ein positives Lebensgefühl zu entfalten und Probleme mit einer ausgereiften und stabilen Persönlichkeit anzugehen. Wenn du an Reife gewinnst, gelingt es dir auch, deine Komfortzone häufiger zu verlassen. Dies wird dein Leben zum Positiven verändern.

Bereichere dein Leben mit vielen Eindrücken

Eindrücke bereichern unser Leben. Dies gilt für jedes Lebensalter. So ist es nie zu spät, eine Kampfkunst zu erlernen. Die Intensität des Trainings lässt sich gut auf die verschiedenen Altersperioden anwenden. Viele Frauen entscheiden sich im mittleren oder höheren Lebensalter für das Erlernen einer Kampfsportart, weil sie eine negative Erfahrung gemacht haben. Besser ist es, ohne ein solches Erlebnis mit dem Kampfsport zu beginnen. Entscheide dich dafür, weil du etwas Neues machen möchtest. Weil du Abwechslung suchst und jenseits deiner Komfortzone verschiedene Voraussetzungen annehmen möchtest. Dehne die Erfahrungen auf andere Bereiche aus. Achte auf deine Ernährung, übe dich im Minimalismus und bilde dich weiter, indem du neue Städte, Länder und Kulturen kennenlernst. All diese Bereiche helfen, deine Persönlichkeit zu formen und weiterzuentwickeln. Gleichermaßen gewinnst du an Stärke, die du brauchst, wenn du Krisen in deinem Leben meistern möchtest.

Frauen und Kampfkunst - eine wichtige Symbiose

Kampfsportarten wie Muay Thai sind schon lange nicht mehr der Männerwelt vorbehalten. Neben allgemein offenen Kursen gibt es immer mehr Kurse für reine Frauengruppen, die für manche als sichere Anlaufstelle dienen. Die Übungen und Handgriffe sind auf den Körperbau der Frau angepasst und die Atmosphäre in einer Frauengruppe kann besondere Offenheit mit sich bringen. Somit musst du dir keine Gedanken machen, dass du dich überforderst. Der Kampfsport ist nicht nur wichtig, um Muskeln und Kondition zu trainieren. Er macht etwas mit dir. Du lernst, dass du nicht klein und unscheinbar bist, sondern dass du dich zur Wehr setzen kannst. Nicht nur körperlich. Die neuen Erfahrungen lassen deine Persönlichkeit reifen und helfen dir, künftig mit Konflikten besser umzugehen. Viele Frauen haben von diesen positiven Erfahrungen profitiert. Du kannst zu ihnen gehören, wenn du Thaiboxen oder eine andere Kampfsportart erlernst.

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Warum lieben Minimalist*innen das Aussortieren? https://www.yourinnerrising.com/blog/warum-lieben-minimalist-innen-das-aussortieren/ https://www.yourinnerrising.com/blog/warum-lieben-minimalist-innen-das-aussortieren/#comments Mon, 07 Sep 2020 00:00:00 +0000 Minimalismus Erfahrungsbericht Ausmisten Methode Aussortieren https://www.yourinnerrising.com/blog/warum-lieben-minimalist-innen-das-aussortieren/ Weiterlesen

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Ich bin eher eine kleine Chaotin und habe Sprüche wie "Ordnung ist das halbe Leben, also lass es sein und lebe ganz" zu meinem Motto gemacht. Aussortieren gehörte lang nicht zu meinem Lebenskonzept. Doch mehr und mehr merke ich, wie gut es mir tut, wenn um mich herum weniger ist. In unserer immer hektischer werdenden Welt, in der immer mehr unsere Aufmerksamkeit einfordert (E-Mails, Push-Nachrichten, WhatsApp/Telegram/Signal-Nachrichten, Facebook, Instagram,... um nur ein paar zu nennen). Die Arten der äußeren Reize, die auf uns einprasseln sind vielseitig und viel. Dabei bin ich noch nicht einmal auf alle unsere Sinne eingegangen. Neben den visuellen und akustischen Reizen sind wir als sinnliche Wesen auch noch olfaktorischen, gustatorischen und haptischen Reizen ausgesetzt, die unser Hirn ebenfalls, wenn auch größtenteils unterbewusst, verarbeitet. Haben wir nun das Gefühl, dass wir auf jeden Reiz reagieren müssen ("Oh, eine neue E-Mail, die Anfrage bearbeite ich direkt."), geraten wir mehr und mehr in Stress.

Eine Lösung aus dem gefühlten Dauerstress zu kommen, ist das Aussortieren/Reduzieren der äußeren Reize. Dazu gehören auch "stille Gegenstände", die nicht aktiv unsere Aufmerksamkeit einfordern. Über die letzten Jahre habe ich vermehrt festgestellt, dass ich zu mehr innerer Ruhe komme, wenn um mich herum "Stille" herrscht, das bedeutet auch weniger Gegenstände, um die ich mich kümmern muss, dafür im Verhältnis mehr Gegenstände, an denen ich mich wirklich erfreue. Durch das Aussortieren von Gegenständen habe ich mehr und mehr Klarheit gewonnen. Nicht nur optisch in meiner Wohnung, sondern auch in mir. Ich finde jetzt auch viel schneller, was ich suche, weil ich auf dem Weg bin nur noch Gegenstände zu besitzen, die ich brauche und die mir Wohlbefinden schenken.

Angefangen habe ich nach dem Umzug aus meiner Studenten-Wohnung

Ich war Hauptmieterin meiner Studentenwohnung und habe über 8 Jahre mit insgesamt 11 Menschen über unterschiedlich lange Zeiträume zusammen in einer 3er-WG gelebt. Da ich eine sehr fürsorgliche Familie habe, war ich von Anfang an komplett ausgestattet. Wir hatten alles in dieser Wohnung. Mixer, Toaster, Sandwich-Maker, Töpfe und Auflaufformen in sämtlichen Formen und Größen, Geschirr, Teller, Gläser,... Ihr könnt es euch vorstellen, es war alles in mehr als ausreichender Menge vorhanden. Und das Beste an der Wohnung: Wir hatten einen Abstellraum und einen Keller! Ein Paradies, um alles lagern zu können. 😉 Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich die WG aufgelöst habe, es war Zeit für mich auszuziehen und ich wollte testen wie es mir geht, wenn ich alleine wohne. Zum Ende meines Studiums zog ich also aus. Da stand ich vor einem riesigen Berg an Dingen und stellte mir das erste Mal in meinem Leben die Frage: "Brauche ich das alles?". Damals bin ich wenig systematisch an diese Frage heran gegangen, dafür hatte ich Unterstützung von einzelnen Menschen, die mir geholfen haben, mich von vielem zu trennen, "was ich evtl. doch noch brauchen könnte". Seither habe ich vieles dazu gelernt und räume regelmäßig meine Wohnung aus.

Wie sortiere ich am besten aus?

Der Anfang ist ja bekanntlich oft der schwierigste Schritt, doch ist der Schritt einmal getan, wird es leichter und fängt an Spaß zu machen. Ich möchte dir hier eine Auswahl an möglichen Arten des Aussortieren schenken. Eine kleine Hilfe, um dich näher an dein Ziel von innerer Klarheit zu bringen. Nebeneffekte wie "mehr Geld im Portmonnaie", "Mehr Platz in der Wohnung", "weniger Zeitaufwand beim Putzen" werden an dieser Stelle nicht ausgeschlossen.

Methode 1 zum Aussortieren: Tabula-rasa

Egal was du ausmisten möchtest, die Methode nach Tabula-rasa ist immer gleich. Erstmal alles raus, dann sauber machen und nur das zurück, was du brauchst. Der Bereich, auf den du dich dabei konzentrierst, ist egal.

  1. Entscheide dich für einen Bereich. Möchtest du das Bad ausmisten? Deinen Kleiderschrank leeren? Oder fängst du mit einer Küchenschublade an?
  2. Räume deinen Bereich der Wahl komplett leer. Alles, was du aussortiert hast, kommt z. B. in eine Kiste, die du um die Ecke stellst. Die Kiste sollte zugänglich sein und dennoch außerhalb deines Sichtfeldes.
  3. Reinige den leeren Bereich. Das wird viel schneller gehen als bisher, da jetzt nichts mehr im Weg steht.
  4. Ab jetzt schaffen es nur noch Gegenstände zurück in deinen Bereich, die du benötigst.
  5. Entweder zu legst dir einen Zeitrahmen (4 Wochen, 3 Monate) für die Aktion fest oder du machst solang weiter bis du nur noch selten Gegenstände aus der Kiste nehmen musst.
  6. Abschließend schaust du dir alle Gegenstände an, die du nicht gebraucht hast. Das meiste kannst du sicherlich bedenkenlos aus deiner Wohnung ausziehen lassen, solltest du dir bei wenigen Gegenständen unsicher sein, leg sie in der Kiste ab und stelle sie ein paar Wochen in den Keller (Stelle dir einen Eintrag in den Kalender, um dich zu erinnern sie nochmal anzusehen und endgültig ausziehen zu lassen 😉 ).
Alles übrige sortierst du aus. Wohin? Das erfährst du weiter unten.


Methode 2 zum Aussortieren: 1-2-3-4-5

Diese Methode hat in den ersten Schritten Ähnlichkeit mit der Tabula-rasa-Methode. Auch hier wird erst mal leer geräumt und sauber gemacht. Doch danach wird sich jeder Gegenstand genau angesehen und kategorisiert.

  1. Leer räumen.
  2. Sauber machen.
  3. Gegenstand in die Hand nehmen, entstauben und einsortieren, falls er noch gebraucht wird.
  4. Gegenstand für die Entsorgung vorbereiten, falls er nicht mehr gebraucht wird.
  5. Sich um die Entsorgung kümmern.

Wiederhole Schritt 3 und 4 solange bis kein Gegenstand mehr übrig ist.


Methode 3 zum Aussortieren: KonMari-Methode nach Marie Kondo

Grundprinzip: Trenne dich von allem, was dich nicht glücklich macht. Ein einfacher, radikaler Ansatz, der dir die Entscheidung zum Aussortieren leichter machen kann. Das Aussortieren nach KonMari läuft wie folgt ab:

Nach Kategorien ausmisten (nicht von Raum zu Raum)

Die Reihenfolge der Kategorien und Bereiche, die in der Marie-Kondo-Methode empfohlen wird, ist:

  1. Kleidung,
  2. Bücher und Filme,
  3. Dokumente,
  4. Kleinigkeiten (Das ist der Bereich mit all der Krimskrams, bei dem wir uns einreden: "Irgendwann brauche ich das bestimmt…"),
  5. Erinnerungsstücke


Alles in die Hand nehmen

Es wird nicht nach Zimmer geschaut, sondern alle Dinge derselben Kategorie aus allen Räumen zusammengesucht und dann jedes Teil in die Hand genommen. Du stellst die Frage "Machst du mich glücklich? Brauche ich dich noch in meinem Leben?". Hier gibt es kein "vielleicht", nur ein Ja oder Nein.

Jedes Teil hat seinen eigenen Platz

Nach dem Sortieren bekommen alle deine Lieblingsstücke einen festen Platz zugewiesen. Ich gebe meinen Dingen gern ihren eigenen Wohnort (sobald sie keinen haben, liegen sie überall und nirgendwo). Meine Ladegeräte, USB-Kabel, Köpfhörer wohnen z. B. gemeinsam in einer Schublade. Ich sortiere auch gern gleiches zu gleichem. Das hat zwei Vorteile: 1. ich weiß immer, wo ich genau suchen muss und 2. ich habe einen Überblick über die Anzahl und kann möglicherweise wieder etwas ausziehen lassen.

Möchtest du mehr über die KonMari-Methode lernen? Hier* gibt es das Buch von Marie Kondo.

Methode 4 zum Aussortieren: Die Ausräum-Challenge

Du gehörst zu den Menschen, die sich lieber mit anderen zusammen tun? Oder zu denen, die lieber klarere Vorgaben haben als dir die bisherigen Methoden geben? Dann habe ich hier noch eine weitere Möglichkeit:

  1. Entscheide dich allein oder mit Freunden/Freundinnen dein Leben leichter zu machen
  2. Setzt euch einen Zeitraum. Über wie viel Tage wollt ihr dich dieser Herausforderung stellen?
  3. Sortiert jeden Tag so viele Gegenstände aus, wie es Tage der Challenge sind (Tag1: 1 Sache darf weg,... Tag10: 10 Dinge verlassen deine Wohnung,.. Tag30: 30 Dinge ziehen aus.)
  4. Freut euch gemeinsam, wie weit ihr gekommen seid und sprecht darüber, was es mit euch macht mit weniger Dingen umgeben zu sein.

Wohin mit aussortierten, nicht mehr benötigten Dingen?

Doch bevor du dich jetzt auf deine Aussortieraktion stürzt, überlege dir, wo du im Anschluss mit deinen nicht mehr benötigten Dingen hin willst. Das letzte, was du nach befreiendem Aussortieren haben willst, ist ein Raum gefüllt mit Zeug. Oder Berge von Klamotten, die dir deinen Weg zur Wohnungstür versperren. Als kleiner Rat von mir: Fang klein an. Du glaubst nicht, was sich alles in einer kleinen Schublade verstecken kann und welchen Aufwand es machen kann, die aussortierten Dinge "loszuwerden". Starte lieber kleiner als größer, um am Ende nicht im Chaos zu sitzen.

Je nachdem was du aussortiert hast, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Hier ein paar meiner Anlaufstellen:

Freundeskreis / Kleidertauschparties

Frag deine Freunde und Freundinnen, ob sie Interesse an deinen aussortierten Dingen haben. Kleidertauschparties (aktuell nur unter Berücksichtigung der Hygiene-Bedingungen in kleinem Rahmen) können für alle Beteiligten lohnend sein. Lade deine Lieblingsmenschen ein 1-5 gebrauchte Teile mitzubringen, alles wird auf der Couch ausgelegt und jede*r darf sich ihr/sein neues Lieblingsstück mitnehmen. Alles, was keine neuen Besitzer*innen gefunden hat, wird von den ursprünglichen Besitzer*innen wieder mitgenommen.

Innere Mission

Hier gebe ich meine gut erhaltenen, sauberen Klamotten ab. Je nach Annahmestelle kann ich auch kleine Haushaltsgeräte, Geschirr, Besteck oder Kleinelektrogeräte abgeben.

Bücherschränke

Es gibt an vielen Orten Bücherschränke, die als Tauschbörse für gebrauchte Bücher dienen. In der Regel sind die Stellen nicht gekennzeichnet. Halte beim Spaziergang Ausschau nach alten Telefonzellen, großen Schränken, Vitrinen, .. Die Erscheinungsbilder dieser Bücherbörsen können vielseitig sein. Oft sind die Bücher in den Regal darin von außen sichtbar.

Ebay Kleinanzeigen

Möbel und Elektronik funktionieren im Verkauf bei eBay-Kleinanzeigen nach meiner Erfahrung am besten. Der Markt an gebrauchten Kleidungsstücken ist sehr groß und ein Inserat lohnt sich für mich meist nicht.

Facebook-Gruppen

Es gibt unterschiedliche Facebook-Gruppen, in denen du deine Sachen anbieten kannst. Über Flohmarkt-Angebote (Name: "Flohmarkt + Stadt") bis zum Verschenken ("Free Your Stuff + Stadt") ist die Spannweite groß.

Vor die Tür stellen "Zu verschenken"

Ich habe einen kleinen Karton mit einem Schild "Zu Verschenken =)" beklebt. Diese kleine Schatzkiste stelle ich in unregelmäßigen Abständen vor unsere Haustür. Menschen gehen beim Spazieren vorbei und können sich rausnehmen, was ihnen gefällt. Funktioniert für mich super! Bücher, Geschirr, Gläser, Besteck, Schmuck, Rezeptbücher,... Ich habe schon Unmengen auf diesem Wege verschenkt. Wichtig ist, dass die Schatzkiste über Nacht und bei Regen reingeholt wird, damit die Dinge darin keinen Schaden nehmen.

Fazit 

Ordnung im Außen führt zur mehr Ordnung und Ruhe im Inneren. Ausräumen ist für mich befreiend, ich befreie mich im wahrsten Sinne von Ballast. Starte selbst den Test, suche dir eine Methode und einen Bereich raus und fange an. Denke dabei z. B. an deinen nächsten Umzug: Alles, was du mitnehmen wirst, wiegt schwer. Wie viel bist du bereit weiter mit dir herum zu schleppen und welche Gegenstände möchtest du jetzt aus deiner Wohnung ausziehen lassen?

Schreib mir gern von deinen Erfolgen und kommentiere wie es dir nach bewusstem Ausräumen ergeht.

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Im Urwald der Persönlichkeitsentwicklung https://www.yourinnerrising.com/blog/im-urwald-der-persoenlichkeitsentwicklungsmoeglichkeiten/ https://www.yourinnerrising.com/blog/im-urwald-der-persoenlichkeitsentwicklungsmoeglichkeiten/#comments Fri, 04 Sep 2020 22:21:00 +0000 Minimalismus Kampfkunst Reisen Erfahrungsbericht Mind-Body-Soul Persönlichkeitsentwicklung Kampfsport https://www.yourinnerrising.com/blog/im-urwald-der-persoenlichkeitsentwicklungsmoeglichkeiten/ Weiterlesen

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Persönlichkeitsentwicklung kann sich anfühlen wie ein Marsch durch einen Urwald ohne nennenswerte Ausrüstung. Du überblickst nicht den ganzen Weg und kannst nur von Schritt zu Schritt entscheiden, in welche Richtung du gehst. Du hast keine Machete in der Hand, um dir den Weg zu erleichtern und dein Schuhwerk hätte auch besser gewählt sein können. Balancierst du jetzt über diesen Baumstamm oder schwingst dich mit der Liane über den Bach auf die andere Seite? Zwei unterschiedliche Wege mit noch ungewissem Ausgang.

Im Dschungel der Möglichkeiten - Persönlichkeitsentwicklung Schritt für Schritt

So in etwa habe ich mich vor einiges Jahren gefühlt. Ich wusste nicht so recht, wo ich anfangen soll und habe mal hier, mal da Neues ausprobiert. Zu Studienzeiten konnte ich einige Seminare kostenfrei belegen, dazu war ich Teil eines internationalen Netzwerks (ESTIEM), das mich viel lehrte über unterschiedliche Kulturen, Kommunikation, Miteinander, Projektmanagement, das mich lehrte meine Ängste in einer anderen Sprache zu sprechen unbegründet sind und dass auf harte Arbeit auch Spaß folgen darf (und wie ich jetzt weiß: sollte). Ein Netzwerk, das mir viel ermöglicht hat und in dem ich letztlich auch eine Europaweite Führungsposition übernehmen durfte. Nach dem Studium ging meine Forschungsreise zu mir selbst weiter. Viele Seminare wurden mir von meinem Arbeitgeber ermöglicht, ein Luxus für den ich sehr dankbar bin. Doch das war mir nicht genug. Ich habe außerhalb dieser Möglichkeiten geschaut, was mich weiterbringt auf meiner Reise. Ich habe festgestellt, dass wir in unserer westlichen Welt sehr viel im Kopf unterwegs sind. "Persönlichkeitsentwicklung" bedeutet oft nur in einem Raum mit anderen Menschen sitzen und etwas mit dem Kopf erarbeiten. Das ist nicht per se schlecht, doch sind nicht viel mehr als unser Gehirn? Ich sage ja und das obwohl ich gern vieles mit meinem Kopf verstehen will. 😉 Also muss es auch mehr geben, mit dem ich mich entwickeln kann. Seit 2010 habe ich Kampfsport für mich entdeckt. Ich kann viele Parallelen ziehen zwischen meinem eigenen Verhalten im Sparring (das bedeutet freundschaftlicher, spielerische Kampfsituation, in der Techniken probiert werden) und in meinem "normalen Leben" erkennen. Das brachte mich weiter zum Nachdenken. Ich entdeckte Angebote, die sich um meinen Körper drehten und sich auf auf meine geistige Entwicklung auswirkten. Yoga, Tai Chi und Pilates sind Bewegungsformen, die es als genau solche in die Fitnessstudios geschafft haben. Doch was steckt eigentlich hinter diesen Lehren? Bewege ich nur meinen Körper oder mache diese Lehrweisheiten noch viel mehr mit mir? Gibt es Wege, wie ich mich ganzheitlich wahrnehmen und spüren kann? Mit jeder neuen Erfahrung, die ich gemacht habe und mache, wird der Dschungel etwas lichter, ich beginne mich in Teilen orientieren zu können und entdecke weitere noch unerschlossene Gebiete.

Landkarten offenbaren Wege

Ich laufe gern durch Waldgebiete und genieße meine Wanderung. Ich lass mich gern treiben und schaue wohin es mich führt. Dieses im Moment sein ohne strikt zu planen, kann sich sehr befreiend anfühlen. Doch manchmal möchte ich einfach einen Überblick und mir im Vorfeld aussuchen, wohin die heutige Wanderung geht. Wäre es nicht wunderbar, wenn du eine Karte hättest, die dir die Möglichkeiten aufzeigt, zwischen denen du dich dann entscheiden kannst? Diese Karte möchte ich dir zeichnen. Eine Übersicht über das Dickicht und Möglichkeiten, die sich in dem Dschungel für dich auftun. Dazu verbinde ich mein bisher erworbenes Wissen mit dem Wissen von Expert*innen. Ich glaube daran, das wir gemeinsam so viel mehr sind und erreichen können als alleine. Ich freue mich sehr auf die weitere Entwicklung und auf diese Reise möchte ich dich mitnehmen.

Ich habe bereits viele unterschiedliche Erfahrungen im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, Minimalismus, Bewegung, Kampfsport, Wettkampfsport und Reisen gemacht. Seit neustem beschäftige ich mich mit meiner Reise finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen und beginne in neuen Richtungen zu denken. Ich hinterfrage dabei diverse Glaubenssätze. Jede Erfahrung hat mich weitergebracht und mir gezeigt, wo für mich kleine und große Schätze zu finden sind. Auf eine Reise durch den Dschungel aus Entwicklungsmöglichkeiten möchte ich dich begleiten. Mit dieser Seite schenke ich dir eine Karte, die dich zu deinen eigenen Schätzen führen kann. Diese Reise wird begleitet durch Impulse aus Bereichen rund um Minimalismus, Essentialismus, Reisen, Analogien aus dem Alltag und Erfahrungsberichten.

Lass dich überraschen und uns gemeinsam auf die Reise gehen. Eine Reise, auf der wir viel neues erleben und Erfahrungen und Erinnerungen sammeln werden. Eine Reise, die bei dir beginnt und dir dein Potential aufzeigt: Your Inner Rising.

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