Runde 1: "Ich sage mich vom Zucker los"

Je mehr ich mich mit diesem Thema "Zucker" auseinandersetze, desto weniger möchte ich mich von "Nahrungsprodukten" ernähren. Nahrungsprodukte sind für mich hoch verarbeitete Lebensmittel, die darauf ausgerichtet sind, dass wir Menschen mehr davon essen wollen. Vereinfacht gesagt ist das für mich erstmal alles, was eine Verpackung und eine lange Zutatenliste hat. Denn sind wir mal ehrlich: Wissen wir immer, was sich hinter den Zutaten darin wirklich verbirgt?

Alte Wege verlassen, neues Ausprobieren: Meine 30-Tage-Challenge

Ich möchte mehr Selbstbestimmtheit in meinem Leben etablieren - und das auf so vielen Ebenen wie möglich. Ich mag es Neues auszuprobieren und meine Routinen/Gewohnheiten zu hinterfragen und dabei möglicherweise neue, gesündere Routinen für mein Leben zu schaffen und achtsamer mit mir sein. Ich starte also - mal wieder - einen Selbstversuch. In 30 Tagen können Gewohnheiten geändert werden, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich habe in der Vergangenheit bereits viele unterschiedliche Dinge ausprobiert, wichtig ist für mich gewesen, dass die Veränderung täglich ausgeführt/durchgeführt wird. Wenn ich nur 1x in der Woche etwas ändere, vergesse ich es schneller (es ist ja noch keine neue Gewohnheit). Täglich etwas ändern lässt sich leichter durchführen und geht schneller ins (Körper-)Gedächtnis über. Um einen besseren Überblick und tägliche Erfolgserlebnisse zu dokumentieren und sichtbar zu machen, streiche ich einfach die Tage ab, an denen ich meine Herausforderung (englisch: challenge) erfolgreich absolviert habe. Ich freue mich innerlich richtig darauf wieder einen Haken setzen zu können.

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Kennst du die unwiderstehliche Wirkung der Fressformel?

Während meiner Vorbereitung bin ich auf die "Fressformel" oder freundlicher ausgedrückt "Naschformel" gestoßen, die gezielt von der Lebensmittelindustrie dazu verwendet wird, das beste Verhältnis von Kohlehydraten zu Fett zu erreichen, damit wir nicht mehr genug von ihrem Produkt bekommen (und es als Folge öfter kaufen, weil wir mehr davon essen). Wenn ein Produkt zu etwa 50% aus Kohlenhydraten und zu 35% aus Fett besteht, fällt es uns besonders schwer mit dem Essen aufzuhören. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität konnten diese Formel in einem Versuch an Ratten bestätigen. Erhielten die Tiere Futter, das im Verhältnis 50:35 gemischt wurde, fraßen die Ratten viel mehr als von ihrem üblichen Futter. Die Fressformel kann also ein guter Indikator dafür sein, was uns besonders anspricht, doch sie ist noch nicht die ganze Wahrheit. Zwar fraßen die Ratten von der Mischung mehr als sonst. Doch als man ihnen Kartoffelchips gab – mit dem gleichen 50:35-Verhältnis – gab es für sie kein Halten mehr. Na, wer kennt das noch? In kürzester Zeit nahmen die Ratten Unmengen an Energie zu sich. In anderen Experimenten reagierten die Ratten genauso maßlos, als man sie mit einer Mischung aus Zucker und Sahne fütterte. Was war hierfür der Grund? Es handelt sich um die Kombination von Zucker, Salz und Fett. Es sieht so aus als geht es in der Lebensmittelindustrie weniger um gute Ernährung der Kunden und Kundinnen, als um höhere Umsatzzahlen. Diese Formel wird nicht nur in Kartoffelchips verwendet.

Meine Anfänge und wie ich auf Zucker verzichte

Bevor ich mein Experiment gestartet habe, hab ich oft ein kleines Eis als Nachtisch nach dem Essen gegessen oder Schokolade zwischendurch oder Chips oder sonntags ein Stück Kuchen oder zwei. Im Grunde habe ich recht viel Zucker zu mir genommen, obwohl ich mich ansonsten bereits recht gesund ernähre. Je mehr ich darüber nachgedacht habe und je bewusster ich mir dessen wurde, desto mehr Angst hatte ich an meiner persönlichen Herausforderung zu scheitern. Ich hatte keine Lust auf schlechte Laune oder Gereiztheit oder andere Entzugserscheinungen, die mich und mein Umfeld belasten. Doch Moment mal: das waren Annahmen, die ich treffe, ohne zu wissen, wie es wirklich sein wird. Das kann ich nur sagen, wenn ich es wirklich probiere. Wir stellen uns gern "Horror-Szenarien" vor, nur um etwas nicht zu machen, aus Angst zu scheitern oder ausgelacht zu werden oder oder. Um es mir leichter zu machen, habe ich einen Deal mit mir geschlossen: Ich teile die Challenge in zwei Phasen ein, um mir den Einstieg zu erleichtern. So entstanden: "Phase 1: das Offensichtliche weglassen" und "Phase 2: Konsequentes Verzichten auf Zucker, keine Fertigprodukte mehr".

Phase 1: das Offensichtliche weglassen

Unter die offensichtlichen Produkte fallen für mich Cola, Limonade, Fruchtsaft, Schokolade und Eis. Ich habe mir diese Produkte also auf meine persönliche schwarze Liste gesetzt. Oder anders formuliert: Sie standen auf der 30-Tage-Challenge als leere Kästchen bereit von mir täglich abgehakt zu werden. 😉 Im Folgenden präsentiere ich euch Auszüge und kleine Notizen aus den unterschiedlichen Tagen auf meiner Reise raus aus der weißen Zuckerwüste.

Tag 1: Mein Körper fühlt sich schon jetzt etwas anders an. Ich hinterfrage mich: Bilde ich mir das ein oder achte ich einfach nur bewusster auf meine Körpersignale? Morgens fühle ich ein leichtes Kribbeln in meinem Körper beim Frühstück und den Tag über habe ich leichte Kopfschmerzen. Nur sporadisch, nicht aufdringlich und trotzdem ist er da, ein leichter Druck. Ich fühle mich ansonsten gut und mag die Tatsache, dass ich mich über diesen Selbsttest wieder selbst mehr beobachte. Ich bin gespannt.

Tag 2: Meine Stimmung ist morgens grundlos "grummelig", ich bin irgendwie leicht genervt. Mein Körper scheint zu realisieren, dass er nicht mehr so einfach an Energie kommt. Heute steht Gartenarbeit auf dem Programm. Wir wollen den Heckenschnitt und den Buchsbaumrest schreddern. Das Ganze zieht sich durchgehend über 1,5h. Keine Pause und kontinuierliches Arbeiten. Ich bin beschäftigt, abgelenkt, die Hecke ist zerkleinert und ich am Ende kaputt. Nach dem Mittagessen lege ich mich erstmal schlafen. Abends zeigen sich Kreislaufprobleme und etwas schwummrige Sicht. Ich habe das Gefühl ich schaue bei heißem Wetter über eine asphaltierte Straße. Meine Sichtprobleme sind glücklicherweise nach gut einer Stunde verschwunden. Etwas beunruhigend war das im ersten Moment schon. Doch am Ende genieße ich es zu Hause zu sein, nichts weiter machen zu müssen, als mich auszuruhen und zu beobachten.

Tag 3-4: Hier und da ein paar Anzeichen von Unterzuckerung, wie z. B. ein leichtes Zittern in den Händen. Ich hatte über Nacht teilweise mehr als 16h nichts gegessen und mein Körper ist noch nicht daran gewöhnt auf die körpereigenen Energiereserven effektiv zuzugreifen. Aus meiner Erfahrung des Fastens heraus, weiß ich, dass eine Umstellung ein paar Tage dauern kann. Ich bleibe entspannt und genieße den Prozess.

Tag 5: Ich fühle mich gelassener als am Anfang. Hunger kommt nicht mehr als ein mächtiges "ICH MUSS JETZT SOFORT ETWAS ESSEN", sondern schleichend, unaufdringlich. Eine kleine Erinnerung, dass etwas Essen jetzt gut wäre. Ich trinke viel Wasser und ernähre mich allgemein frischer. Ich erfreue mich auch mehr am Essen und mein Geschmackssinn nimmt wieder differenzierter die unterschiedlichen Zutaten wahr. Bei einem Besuch bei meinem Vater, der sich mit seiner Frau liebevoll um Kuchen bemüht hatte, esse ich ein Stück Erdbeerkuchen. Ich entscheide mich bewusst dazu, ärgere mich etwas, dass ich im Vorfeld nicht sagte, dass ich keinen Zucker esse, gehe dabei dennoch lieb mit mir um und verbuche es auf "ich achte bewusster drauf, was ich esse". Der Nachmittag war sehr schön, wir saßen in der Sonne, ich habe mit ihrem Hund herumgetollt und erfreue mich an der gemeinsamen Zeit.

Tag 6: Meine Pollenallergie macht mir zu schaffen, ich fühle mich schlapp und trotz der Medikamente (die ich dieses Jahr das erste Mal nehme), starte ich schon morgens müde in den Tag. Dafür scheint sich mein Körper umgestellt zu haben, denn mein Kreislauf ist stabiler als in den Anfängen. Symptome für einen niedrigen Kreislauf habe ich nicht mehr. Was mir auffällt: Ich kaufe immer mehr frische Zutaten ein, esse mehr Obst und Gemüse, weil ich auf Fertigwaren größtenteils verzichte und ich werde kreativer, wenn es darum geht mir einen Snack zuzubereiten.

Snack für zwischendurch: Bananenscheiben mit Erdnussmus bestreichen und mit Kakaonibs (geraspelte Kakaobohnen) garnieren.

Tag 7: Beherzter Schluck aus der Flasche mit Vorfreude auf ein alkoholfreies Weizen, entpuppt sich als Zuckerbombe. Leider war es alkoholfreies Alster und daher mit Zucker versetzt. Ich war zuerst versucht das Alster zu trinken, doch am Ende war es mir (ich mags kaum glauben) wirklich zu süß zum Trinken! Abgesehen von diesem Zucker-Schluck, lief mein Tag wunderbar. Ich erfreute mich an der Süße der gegrillten roten Beete. Lecker!

Tag 8: Heute fühle ich mich insgesamt schlapp und möchte mich einigeln. Doch das liegt weniger an meinem reduzierten Zuckerkonsum, als an meiner aktuellen Zyklusphase. Das nehme ich als Anlass für eine Recherche rund um den weiblichen Zyklus, damit verbundene Energielevel, Hormonzentren und abgestimmte Ernährung. Super spannend!

Tag 9 - 14: Urlaubszeit. Ich bin unterwegs in der Natur, wandere, stelle meinen Wanderproviant auf ungezuckerte Trockenfrüchte (statt Schokolade) und Äpfel um und genieße die neuen Eindrücke. Lernen im Kräuterpark, Schlendern durch verschiedene Zonen des WeltWalds, Erkunden einer Tropfsteinhöhle und Entspannen am See. Ich komme sehr gut ohne Zucker aus und bereite mich darauf vor keine Fertigprodukte mehr zu essen. Bis dato esse ich vor allem noch Aufbackbrötchen, die es kaum ohne Zuckerzusatz zu kaufen gibt.

Fazit

Der Start meiner zuckerfreien Zeit lief deutlich besser als erwartet. Über Entzugserscheinungen bin ich innerhalb der ersten 3 Tage gut hinweg gekommen und ich spürte im Laufe der Folgetage mehr Energie und Klarheit, weniger bis keine Heißhungerattacken und einfach Lust mich wieder mehr zu bewegen. Phase 2 nähert sich. Und wieder fange ich an meinen Ängsten zuzuhören, ich zweifel daran komplett verzichten zu können und wenig Alternativen zu finden. Rückblickend kann ich sagen: Das ist Bullshit. Das waren wieder Gedanken, die mich abhalten wollten meine Komfortzone zu verlassen. Nichts weiter als erdachte Horror-Szenarien. Ich dachte unter anderem auch darüber nach einen "Cheat-Day"(einen Schummel-Tag) einzuführen, an dem ich alles esse, was ich vorher auch gegessen habe. Doch was hilft mir das im Grunde? Bin ich an den restlichen Tagen konsequenter oder fixe ich mich nur immer wieder an? Ich lasse den Gedanken ruhen. Letzte Runde Apfelkuchen. Ich nehme es als Abschiedskuchen und beschließe auf solch einen Tag zu verzichten und mich der nächsten Phase konsequent zu stellen.

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