Runde 2: "Ich sage mich vom Haushaltszucker los"

Bevor ich mein Experiment gestartet habe, hab ich oft ein kleines Eis als Nachtisch nach dem Essen gegessen oder Schokolade zwischendurch oder Chips oder sonntags ein Stück Kuchen oder zwei. Im Grunde habe ich recht viel Zucker (Haushaltszucker) zu mir genommen, obwohl ich mich ansonsten bereits recht gesund ernähre. Je mehr ich darüber nachgedacht habe und je bewusster ich mir dessen wurde, desto mehr Angst hatte ich an meiner persönlichen Herausforderung zu scheitern. Ich hatte keine Lust auf schlechte Laune oder Gereiztheit oder andere Entzugserscheinungen, die mich und mein Umfeld belasten. Doch Moment mal, das waren Annahmen, die ich treffe, ohne zu wissen, wie es wirklich sein wird. Das kann ich nur sagen, wenn ich es wirklich probiere. Wir stellen uns gern "Horror-Szenarien" vor, nur um etwas nicht zu machen, aus Angst zu scheitern oder ausgelacht zu werden oder oder. Um es mir leichter zu machen, habe ich einen Deal mit mir geschlossen: Ich teile die Challenge in zwei Phasen ein, um mir den Einstieg zu erleichtern. So entstanden: "Phase 1: das Offensichtliche weglassen" und "Phase 2: Konsequentes Verzichten auf Zucker, keine Fertigprodukte mehr".

Phase 2: Konsequentes Verzichten auf Haushaltszucker, keine Fertigprodukte mehr

Während ich am Ende von Phase 1 noch innerlich abwäge, ob ich mir einen Cheat-Day einplanen/gönnen sollte, habe ich mich letztlich bewusst dagegen entschieden. Ich glaube nicht, dass so ein Tag mit weiterhelfen wird, sondern mich eher daran hinter konsequent zu sein. Mit der Phase 2 stelle ich mich meiner ultimativen Herausforderung ganz auf Haushaltszucker zu verzichten. Also gibt es keine Fertigprodukte mehr, die auf der Zutatenliste Zucker ausweisen und damit in der Regel bereits mehr als 1% in 100g ausmachen. Zucker und seine Namen sind vielfältig: Fruktose, Fructose, Saccharose, Rohrzucker, ... Auf seine Namen achte ich nun in der Zutatenliste von sämtlichen Produkten. Enthalten die Listen einen der Namen, verzichte ich auf das Produkt und suche mir eine Alternative. Im folgenden beschreibe ich dir meine Erlebnisse und persönlichen Erkenntnisse in kleinen Abschnitten, so wie ich es bereits im Blogartikel zur Phase 1 gemacht habe.

Tag 15: Wie war das noch mit einem Cheatday? Als würde es passen, lese ich heute einen Artikel zum Thema Willenskraft. Willenskraft so heißt es dort ist wie ein Muskel, man kann sie trainieren. Das klingt aktiver als nur etwas zu lassen. Also trainiere ich jetzt meine Willenskraft. 😉

Tag 16 - 18: Zurück im Arbeitsalltag. Eine Mischung aus Homeoffice-Tagen und Tagen im Büro ermöglicht es mir mein Essen vorzubereiten und mitzubringen. Ich habe auch trotz stressigen Momenten kein Verlangen nach Süßem. Vor dem Experiment habe ich gern nach Naschereien gegriffen, doch das Verlangen habe ich nicht mehr. Großartig! Dafür trinke ich einen Obst-Smoothie im ersten Moment überraschend gierig. Ich habe das Gefühl mein Körper will diesen Zucker! Die Sucht bzw. Abhängigkeit macht sich bemerkbar.

Tag 19 - 20: Kopfschmerzen. Ich bin schon mit leichtem Druck im Kopf aufgewacht. Dieser leichte Schmerz zieht sich trotz viel Wasser trinken durch den Tag. Wohl möglich, dass ich die zweite Welle an Entzugserscheinungen erlebe. Ich esse Müsli mit Banane und Heidelbeeren. Der Fruchtzucker scheint keine Hilfe zu sein. Das spricht für mich für die reine Abhängigkeit vom Haushaltszucker. Ich beobachte das weiter. Es ist kühler als die vorherigen Tage. Ich kann gut arbeiten und mich in meiner Wohnung konzentrieren. Es bleibt bei maximal 27,5°C (statt der vorherigen 30°C). Mein Kreislauf kommt mittlerweile sehr gut mit meiner Umstellung zurecht.

Tag 21 - 23: Mein Geschmackssinn hat sich deutlich verändert. Ich schmecke süß schneller und intensiver. Eine winzige Menge Agavendicksaft im Curry an den Tomaten und ich frage "Hast du das gesüßt?" Mir gefällt zu merken, dass meine Entscheidung Zucker zu meiden sich auswirkt und ich diese Auswirkungen bewusst wahrnehme. Mein Kaffee mit Hafermilch schmeckt wie eine kleine Süßigkeit und ich erfreue mich dran. Dazu trinke ich mittlerweile noch lieber Wasser zwischendurch und versuche jeden Bissen meines Essens bewusst zu schmecken.

Tag 24-33: Ich stelle an Tag 33 überrascht fest, dass meine 30 Tage ohne Zucker bereits überschritten sind. In den letzten Tagen habe ich vermehrt auf Veränderungen in und an meinem Körper geachtet. Ich habe das Gefühl meine Oberschenkel sind etwas straffer und meine Haut fühl sich geschmeidiger an. Ich fühle mich im Vergleich zu den ersten Tagen durchgehend fitter und habe das Gefühl klarer, fokussierter denken zu können. Seit über zwei Wochen habe ich nun keinen Zucker mehr gegessen, auch nicht "ach das ist ja nur ein Stück zum Probieren". Ich bin meiner Entscheidung treu geblieben und war auch in Situationen, in denen ich Zuckerhaltiges angeboten bekam, nicht in Versuchung doch etwas zu probieren.

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Fazit

Finde die Entscheidung, die dir viele weitere Entscheidungen abnimmt oder erleichtert.

Jetzt merke ich selbst, was Tim Ferris damit gemeint hat. "Ich esse keinen Haushaltszucker" ist so eine Entscheidung. Denn sie erleichtert mir Entscheidungen, die ich in meiner Ernährung treffen muss, wenn ich vor der Frage stehe, ob ich etwas esse. Ich feilsche in so einer Situation nicht mehr mit mir selbst, ob dies oder das "noch OK" ist. Wenn Zucker drin ist, esse ich es nicht. Wenn ich es nicht genau weiß, esse ich es nicht. Das erleichtert mir meine Entscheidungen, denn meine Richtung ist klar. Und diese Klarheit ist befreiend. Ich habe nicht das Gefühl Abstriche zu machen, sondern im Gegenteil mir Gutes zu tun und mich um meine Gesundheit zu kümmern. Ich genieße die Frische und Süße von Obst, während andere Kuchen essen. Ich mag das Gefühl von Beeren und Weintrauben im Mund und freue mich mittlerweile so viel mehr darüber als über ein Stück Kuchen. Und ja: Ich erstaune mich gerade selbst. 😄 Die Konsequenz meiner Entscheidung hilft mir. Ich esse nichts mehr mit Haushaltszucker. Keine Schokolade, keinen Kuchen, keine eingelegten Gurken, keine Aufbackbrötchen. Und was ist das verrückte daran? Ich lebe noch. Noch verrückter? Mir geht es richtig gut. Meine Gedanken sind klarer, das, was ich esse, hält mich länger satt, keine Heißhungerattacken mehr. Die innere Achterbahn wurde zur Bimmelbahn, von der aus ich in Ruhe mich und meine Umgebung wahrnehmen kann. Genial!

Ganz nebenbei trainiere ich das "Nein sagen":
Möchtest du den Kuchen probieren?
- Nein, danke. Ich esse keinen Zucker. Ich schätze dein Angebot. Lass ihn dir schmecken.

Möchtest du nicht doch ein kleines Stück?
- Nein, danke.

Mit dieser Klarheit in mir fällt es mir sogar leicht Nein zu sagen. Großartig! Wie wunderbar das jetzt auch bewusst wahrzunehmen! Für mich ist das "Experiment zuckerfrei" gelungen und ich bleibe dabei. Ich fühle mich energiegeladener, frischer und klarer. Diesen Zustand möchte ich behalten und weiterhin mehr Vitamine, Mineralien und Gutes in mich aufnehmen anstelle von "leeren Kalorien". 

30 Tage Challenge Ohne Haushaltszucker Zuckerfrei

Update nach 135 Tagen (oder anders: 36,89% von 2020):

Die Entscheidung "Ich esse keinen Haushaltszucker" hat mir sehr geholfen. Ich schaue seither viel bewusster auf Lebensmittel (Nahrungsprodukte). Ich lese die Zutatenliste und finde es immer noch erschreckend, wie viele Produkte mit Zucker angereichert sind. Am häufigsten entdecke ich bei Brot und Brötchen irgendwelche Malz-Varianten in den Listen. Die Mehrheit der BIO-Produkte verzichtet auf die Zugabe von Zucker. Das hilft mir mittlerweile als Orientierung am besten.

Habe ich nach den 30 Tagen wieder Zucker gegessen?

Es gab Tage, an denen ich mit Hunger einkaufen ging, ich am Ende der Zutatenliste ein Malzmehl entdeckte und die Brötchen dennoch kaufte. Ich habe 5 oder 6 mal Eis gegessen und fiel an zwei Tagen zurück in alte Muster, an denen ich Schokolade im Übermaß aß. Beim Kekse backen in der Familie habe ich einen halben Keks probiert. Und ich entdeckte, dass ich durch Hafermilch (Haferdrink) Zucker aufnehme, der nicht ausgewiesen sein muss. In ihrem Blogartikel erkärt Hannah Frey die Zusammenhänge und liefert Alternativen (Hafermilch und Zucker). Lest bei ihr gern mehr zum Thema Zucker nach.

Mir jetzt darüber Gedanken zu machen und nur auf diese wenigen Ausnahmen zu kommen, macht mich stolz. Immerhin sind es jetzt schon 4,5 Montage seit meiner Entscheidung auf Zucker zu verzichten. Auch wenn der Anfang schwer gefallen ist, habe ich durchgehalten und profitiere jetzt davon mich für mich gesünder zu ernähren.

Ja, es gab nach den 30 Tagen Ausnahmen, doch diese führen in meinen Augen nicht zum Scheitern. Ich entschied mich jedes Mal dafür und machte es mir bewusst. Das macht für mich einen riesigen Unterschied. Ich habe mich mit einem Thema intensiv auseinandergesetzt, es über 30 Tage durchgehalten und gemerkt, dass mir dieser Weg gut tut. Als Folge habe ich diese Erfahrung mehr in mein Leben gelassen und lebe gesünder als noch vor der 30-Tage-Challenge. Diese Erfahrung war sehr bereichernd.

Und weil ich nicht perfekt bin und gern nasche, teile ich das hier sehr gerne mit dir:

Meine persönliche Entdeckung für gelegentliches Naschen: es gibt Erdnussflips ohne Zucker! =D

Es lohnt sich Gewohnheiten zu hinterfragen und auch mal etwas anders zu machen, als es üblich ist.

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